Diese Technik finden alle toll

Der Innovations-Truck von ZF mit dem System EMA, Evasive Maneuver Assist, beim automatisierten Ausweichmanöver am Stauende. Foto: ZF

Auffahrunfälle am Stauende verhindert der neue elektronische Sicherheitsassistent für Lkw. Evasive Maneuver Assist (EMA) lenkt Sattelzüge automatisiert und fahrstabil an Gefahrenstellen vorbei. Realisiert hat diese Technik der Zulieferer ZF gemeinsam mit dem Projektpartner WABCO. Hier wurde unter anderem die aktive Lenkung der Friedrichshafener mit der Stabilitätskontrolle des Bremsenspezialisten kombiniert. „Wir haben nicht nur Sicherheitssystem für Pkw, sondern auch für Lkw und Busse“, erklärt Peter Lake, Mitglied des Vorstands der ZF Friedrichshafen AG und Executive Vice President, Vertrieb  und Geschäftsentwicklung von ZF TRW. „Mit hohen Investitionen haben wir unser Portfolio ausgebaut, sind damit einzigartig aufgestellt und können nun als Weltpremiere das System EMA vorstellen.“

Sieht lässig aus, aber die Technik ist hellwach: Das Ausweichmanöver kann der Prototyp von ZF und WABCO als Reaktion auf einen Lenkimpuls des Fahrers selbständig und sicher ausführen - ein Baustein der Vison Zero vom unfallfreien Fahren. Foto: ZF
Sieht lässig aus, aber die Technik ist hellwach: Das Ausweichmanöver kann der Prototyp von ZF und WABCO als Reaktion auf einen Lenkimpuls des Fahrers selbständig und sicher ausführen – ein Baustein der Vison Zero vom unfallfreien Fahren. Foto: ZF

Moderne Lastzüge verfügen zwar in der Regel über Notbremsassistenten, die den Anhalteweg verkürzen. Manchmal reicht das aber einfach nicht aus, sei es aufgrund einer unübersichtlichen Verkehrssituation oder wegen eines menschlichen Fehlers.  Das Sicherheitsniveau von Lkw stieg in den letzten Jahren dank elektronischer Stabilitätskontrolle, automatischer Notbremssysteme und Spurhalteassistenten. ZF hat diese Systeme nun praxisorientiert weitergedacht und in Kooperation mit WABCO den Innovation Truck 2016 auf die Räder gestellt. Der bietet nochmal verbesserte Sicherheitspotenziale für einen umfassenderen Schutz sämtlicher Verkehrsteilnehmer.

Der Innovations-Truck von ZF mit dem System EMA, Evasive Maneuver Assist, beim automatisierten Ausweichmanöver am Stauende. Foto: ZF
Der Innovations-Truck von ZF mit dem System EMA, Evasive Maneuver Assist, beim automatisierten Ausweichmanöver am Stauende. Foto: ZF

Sehen, denken, handeln – das ist das Motto von ZF. Im Fall des Innovation Trucks sorgt fortschrittliche Sensorik für das Sehen. Die Intelligenz der Steuerungen, in der die sensierten Daten verarbeitet werden, steht für das Denken. Für das Handeln sorgt die elektrifizierte Mechanik. Im Falle des überraschend auftauchenden Stau-Endes zeigt der jetzt der Fachpresse vorgestellte Prototypen-Laster seine Fähigkeiten.

Das System erkennt die Gefahr und warnt den Fahrer optisch und akustisch. Bei Bedarf wird eine Bremsung eingeleitet, um als erste Maßnahme die Geschwindigkeit zu reduzieren und schon damit das Gefahrenpotenzial zu mindern. Die Regelsysteme sind in Bereitschaft, wenn der Fahrer, der immer noch die Entscheidungshoheit inne hat und wenn ein Auffahren unvermeidbar erscheint, ausweichen will. Aus einem ersten Lenkimpuls macht das System ein fahrstabiles Ausweichmanöver und führt das Fahrzeug weiterhin bremsend sicher an der Gefahrenstelle vorbei. So lassen sich tödliche Auffahrunfälle vermeiden.

Schematische Darstellung: So funktioniert die Warn- und Unfallvermeidungsstrategie der von ZF und WABCO jetzt vorgestellten Technik. BIld: ZF/ WABCO
Schematische Darstellung: So funktioniert die Warn- und Unfallvermeidungsstrategie der von ZF und WABCO jetzt vorgestellten Technik. BIld: ZF/ WABCO

Die Technik ist ein weitere Baustein auf dem Weg zum absolut unfallfreien Fahren, der Vision Zero. EMA wird im Rahmen der kommenden Nutzfahrzeug-IAA im September in Hannover einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Doch ZF hat noch weitere interessante Entwicklungen vorbereitet. Mehr Sicherheit und Effizienz gibt es beispielsweise durch die autonome Manövrierfunktion  SafeRange. Rangierbedingte Unfälle und teure Ausfallzeiten lassen sich damit verhindern.

Das Ankoppeln von Arbeitsgeräten erleichtert ein weiteres Assistenzsystem. Hier kann das Fahrzeug teilautonom oder mit Hilfe von mobilen Endgeräten außerhalb der Fahrerkabine rangiert werden. So wird das Ankuppeln eines Anhängers sicherer und gelingt schneller. ZF stellt aber auch elektrische Antriebe für alle Nutzfahrzeuge her, ob Lkw, Bus oder Lieferwagen. Rein elektrische oder Hybridlösungen sind etwa mit der Elektroportalachse AVE 130 realisierbar. E-Mobilität im Personen- und Güterverkehr unterstützt aber auch ein elektrischer Zentralantrieb von ZF, der bis zu 200 kW stark ist und ein maximales Drehmoment von 4200 Nm bereitstellt. Zu der klassischen Kernkompetenz von ZF zählt das neue modulare Getriebesystem ZF TraXon. Hier ist die Zusatzbremse integriert, was den Verschleiß der Betriebsbremse mindert und somit auch Kostenvorteile sichert.  Eine weitere Innovation bietet das Sechsgang-Automatgetriebe EcoLife des Herstellers: Das integrierte Start-Stopp-System kann den Kraftstoffverbrauch von Stadtbussen um fünf bis zehn Prozent senken.

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