Caravan Salon Düsseldorf: Knaus Tabbert zeigt Studie Caravisio

Seit Jahren rückläufige Absatzzahlen für Caravans in Europa gaben bei Knaus Tabbert den Ausschlag dafür, über den Tellerrand zu schauen, die Problemstellung zu überdenken und nach eigenen Antworten zu suchen. Mit dem Caravisio soll gezeigt werden, was in näherer und weiterer Zukunft beim Caravan möglich ist. Dazu hat der niederbayerische Hersteller eine Expertengruppe versammelt, die aus Branchenkennern, externen Lieferanten und Designern bestand. Herausgekommen ist eine einzigartige Studie mit technischen Raffinessen.

Basis des gewählten Konzepts ist ein neuartiger Grundriss mit V-förmig im spitzen Bug angeordneten Betten, die mit einer Matratzenergänzung zum großzügigen Doppelbett ausbaubar sind, so, wie es von Segelbooten seit extrem langer Zeit bekannt ist. Anders als bei den schwimmenden Wohnmobilen lässt sich bei der in Düsseldorf vorgestellten, rollenden Version der Schlafraum tagsüber zum gemütlichen Wohnraum verändern, der mit großer Panoramascheibe für guten Ausblick erfreut.

Knaus Tabbert zeigt auf dem Caravan Salon Düsseldorf ab dem 31. August die Studie Caravisio mit interessanten Ansätzen. Foto: Knaus Tabbert
Knaus Tabbert zeigt auf dem Caravan Salon Düsseldorf ab dem 31. August die Studie Caravisio mit interessanten Ansätzen. Foto: Knaus Tabbert

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Ein Vorteil der gewählten Bettenanordnung ist die, gegenüber konventionell vorne breit bauenden Wohnwagen verbesserte Aerodynamik. Nach Untersuchungen im Windkanal wählten die Entwickler auch stark nach innen gezogene C-Säulen im Heck für eine reduzierte Wirbelschleppe. Alle aufbauenden Elemente auf dem Dach sind in die Decke integriert.

An diese Bugkanzel schließt sich ein echtes Raumbad mit Dusche an; Wassersteuerung mit Speicherfunktion kann jeweils per Touch-Display bedient werden. Der eigentliche Wohnraum mit Sitzgruppe, die sich mit einem Handgriff in ein modernes Arbeitszimmer verwandeln lässt, kann zum Heck hin über eine Glasschiebetür zur sich anschließenden Veranda geöffnet werden. Luftgefüllte Polster lassen sich für bedarfsgerechte Sitzpositionen stufenlos regulieren, der Computer findet Anschluss an die Infrastruktur des Fahrzeugs. Beim Design  wählten die Entwickler erneut Trends aus der maritimen Ecke: blaue Ziernähte an den Polstern, helle Eiche, weiße Lackfronten und mattschwarz kontrastierende Glasflächen sowie ein dunkler Parkettboden.

Geschmacksache ist sicher auch die dunkle Textilbespannung der Decke, die jedoch auch funktionale Aufgaben übernimmt: die bessere Luftverteilung der Klimaanlage. Über den Köpfen integriert ist ein Full HD Beamer, der sein Bild auf die Glasschiebetür wirft, bei Bedarf auch gespiegelt, um die Bilder mit mehreren Personen von außen zu betrachten. Die Glasschiebetür lässt sich über eine App von durchsichtig auf milchig umstellen; als Doppelverglasung isoliert sie gegen Temperatureinflüsse.

Der Verandaboden wird für die Fahrt hochgeklappt. Es bleibt Platz für zwei Fahrräder oder Pedelecs, deren Batterien via Induktion vom integrierten Ladesystem frisch gehalten werden. Das Sonnedach der Veranda muss für die Fahrt nach unten gebracht werden. Das geschieht per Fernsteuerung, und es verwandelt sich so zur schützenden Persenning für die Räder. Ein Vorteil der mitfahrenden Terrasse: Auf das klassische Vorzelt kann verzichtet werden.

Für die Bedienung des Caravans der Zukunft gibt es ein Bussystem, über das sich wesentliche Elemente zentral und bequem per App steuern lassen. So kann das luftgefederte Fahrwerk den Caravan innerhalb kurzer Zeit auf Bodentiefe absenken und so einen nahezu barrierefreien Zugang ermöglichen. Auch die Stützen können über das Smartphone einzeln reguliert werden. Ein weiteres Highlight: Tür und Außenklappen der Staufächer können zentral über einen Fingerscan verriegelt werden.

Die Seitenschürzen und alle anderen bodennahen Bauteile sind aus grauem Kunststoff, der den Rest vor Beschädigungen schützt. Zum Rangieren des Wohnwagens der Zukunft hilft unverändert vor allem Muskelkraft: Die großen Griffe an Bug und Heck erinnern in der Form ebenfalls an Bauteile, wie sie im Yachtbau eingesetzt werden.

Der Caravisio ist auf dem Stand der Knaus Tabbert GmbH in der Halle 16, Stand A06-01 zu sehen. Weitere Informationen gibt es unter www.caravisio.de.

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