Bericht vom 6. Autorechtstag: juristische Themen rund ums Auto.

Heute endete der 6. Autorechtstag, der von ADAC, dem Bundesverband freier Kfz-Händler (BVfK) sowie dem Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) veranstaltet wurde. Auf dem Petersberg (Königswinter) wurden am 21. und 22. März rund 120 Teilnehmer über verschiedene aktuelle juristische Themen informiert.

Die Petersberger Runde, ein Expertenkreis aus Vertretern der Veranstalter und Referenten, widmete sich zum Auftakt des 6. Deutschen Autorechtstages dem aktuellen Thema Verbrauchsangaben. Ständig steigende Kraftstoffpreise lenken den Fokus zunehmend auf die Abweichungen zwischen den unter normierten Laborbedingungen ermittelten Verbrauchsangaben gemäß Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (Pkw-EnVKV) und den meist mehr als 30 Prozent höheren Verbrauchswerten in der Autofahrer-Wirklichkeit. Liegen die unter gleichen Testbedingungen ermittelten Werte 10 Prozent oder mehr über den Werksangaben, dann kann der Verbraucher sein Auto zurückgeben. Selbst bei geringeren Abweichungen drohen dem Autohändler Haftungsrisiken. Die Petersberger Runde forderte, dass diese theoretischen Pflichtangaben nicht zum Nachteil des Autohandels ausgelegt werden dürfen. Bei Herstellern und Werbetreibenden sei das Bewusstsein zu schärfen, die in der Werbung angegebenen, nach dem NEFZ ermittelten Verbrauchswerte durch geeignete Erläuterungen zu relativieren. Dieses Bewusstsein gelte es aber auch bei den Händlern zu aktivieren, die dem Problem mit einem entsprechenden Vertragswerk begegnen sollten.

Rund ums Thema Autos gibt es viele rechtliche Vorgängen.
Rund ums Thema Autos gibt es viele rechtliche Vorgänge.

Dem momentanen Trend Upgrading und Downsizing widmeten sich Dr. Kurt Reinking, Leiter des Autorechtstages, und der BVfK-Jurist Alexander Sievers in ihrem gemeinsamen Vortrag „Neue Techniken – neue Probleme – neue Mängelkategorien“. Reinking merkte an, dass im Oberklassesegment pro Auto heutzutage bis zu 80 Steuergeräte, 3.000 Leitungen und 3.800 Kontakte verbaut würden. Aufgrund dieser Komplexität komme es immer wieder zu Ausfällen und Fehlfunktionen. Und so äußern sich die neuen Probleme schon mal in dem Rücktrittsbegehren eines Käufers, der in seinem Sportwagen nicht problemlos mit dem iPhone telefonieren konnte.

Mit Fragen vor allem von jungen Leuten beschäftigte sich Silvia Schattenkirchner, Leiterin Verbraucherschutz Recht der ADAC-Zentrale in München in ihrem Vortrag „Verbraucherleasing ohne Verbraucherschutz?“. Schließlich habe die Automobilindustrie mit intensivem Marketing für das Kfz-Leasing auch viele junge Autofahrer für die Idee begeistert, ohne großen Kapitaleinsatz ein Neufahrzeug zu fahren. Doch das Leasen habe seine Tücken, da das komplizierte Vertragsgeflecht für viele nur schwer durchschaubar sei. Das dicke Ende komme dann wie immer zum Schluss. Schattenkirchner: „Bei der Rückgabe drohen oft hohe Nachzahlungen für Schäden und Abnutzungen des Fahrzeugs.“

Informationen zu den weiteren vorgetragenen Themen gibt es unter www.deutscher-autorechtstag.de.

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