Formel 1 startet 2013 auf überarbeiteten Pirelli-Reifen

Anfang Februar sind die Fahrzeuge für die neue Saison vorgestellt und es kann losgehen zu den ersten Test im spanischen Jerez de la Frontera. Bei unverändertem Reglement startet die Formel 1 in der Saison 2013 mit  veränderten Pirelli P Zero-Slicks und Cinturato Regenreifen. Die Entwicklung dieser neuen Reifengeneration entspricht laut Reifenhersteller den Wünschen der Teams und den Regeln des Motorsport Weltverbandes (FIA).

Die Veränderungen betreffen hauptsächlich die in 2013 weicheren Mischungen und flexibleren Strukturen. Das Ziel dieser Innovationen ist es, die Performance zu steigern und den thermalen Verschleiß zu erhöhen. So sollen mindestens zwei Boxenstopps pro Rennen garantiert, zudem mehr strategische Optionen ermöglicht werden.

Die Seitenwände sind ebenfalls neu gestaltet. Die Farben fallen schneller auf. Außerdem gibt es eine neue Farbe: Die harte Mischung wird statt der silbernen Markierung der vergangenen zwei Jahre einen orangenen Schriftzug tragen. Ihr Debüt hat die neue Reifengeneration beim ersten Formel 1-Test Anfang Februar in Jerez.

Das Reglement bleibt hinsichtlich der Reifen für 2013 unverändert. Pirelli war trotzdem in der Lage, für die bevorstehende Saison weitreichende Entwicklungen zu realisieren, in der Summe mehr als je zuvor seit dem Wieder-Einstieg Pirellis in die Formel 1. Andere Reifenhersteller in der Formel 1 waren vor allem Goodyear, Michelin und Bridgestone. Aber auch Avon, Continental, Dunlop und Uniroyal fuhren in der vergangenheit schon in der Königsklasse des Motorsports mit.

Am offensichtlichsten ist der Farbwechsel beim harten P Zero: von Silber zu Orange. Dieser Farbwechsel soll es den Zuschauern besser ermöglichen, die harte Mischung auf einen Blick von der weißen Medium-Variante zu unterscheiden, wenn beide Varianten gleichzeitig auf der Strecke sind.

Die harte Mischung ist nun an der Seitenwand Orange statt Silbern gekennzeichnet. Foto: Pirelli
Die harte Mischung ist nun an der Seitenwand Orange statt Silbern gekennzeichnet. Foto: Pirelli

Alle Mischungen sind generell weicher als im Vorjahr. Durch die bewusst erhöhte Verformbarkeit der Reifen wurde die Performance deutlich verbessert. Ziel dieser Änderung ist es, ein Minimum von zwei Boxenstopps pro Rennen zu unterstützen.

Zur Optimierung der Reifenaufstandsfläche wurden neue Strukturen und Materialien entwickelt. Die Fläche, auf der das Gummi in Kontakt mit der Fahrbahn kommt, wird hierdurch vergrößert. Der Effekt ist eine verbesserte Performance, besonders hinsichtlich Traktion und Kurvenstabilität. Zudem verteilt sich die Reibungshitze auf eine größere Oberfläche, so dass einer möglichen Blasenbildung besser vorgebeugt wird.

Die aktuellen Entwicklungen bringen die Reifen schneller auf Betriebstemperatur und bieten eine größere Vielfalt an Einsatzbereichen. Generell gilt: Die harten und soften Reifen haben eine erweiterte Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten, während die supersoften Slicks sich eher für deutlich eingegrenzte Streckenbedingungen eignen. Dies soll den Teams helfen, sich schneller mit den unterschiedlichen Reifen vertraut zu machen und herauszufinden wie diese mit dem Auto interagieren.

Reifenhersteller Pirelli hat die Reifen für die bevorstehende Formel 1-Saison überarbeitet. Foto: Pirelli
Reifenhersteller Pirelli hat die Reifen für die bevorstehende Formel 1-Saison überarbeitet. Foto: Pirelli

Die neuen Mischungen haben eines gemeinsam: Sie sind alle weicher. Doch die einzelnen Slicks weisen deutliche Unterschiede in der Performance auf, die sich in einer Zeitdifferenz von mindestens einer halben Sekunde pro Runde zeigen. Dieser deutliche Abstand zwischen den einzelnen Mischungen soll die strategische Auswahl der Reifen erleichtern.

Beide Cinturato-Varianten wurden optimiert und präsentieren sich nun mit neuen Hinterreifen, die die Traktion spürbar steigern. Damit wird die Kurvenstabilität erhöht und das Verhalten auf nasser Fahrbahn deutlich verbessert.

Die Neuentwicklungen bringen eine geringe Gewichtszunahme der einzelnen Reifen mit sich, die sich aber nicht negativ auf die Geschwindigkeit des Rennwagens auswirkt. Im Schnitt wiegt nun jeder Vorderreifen rund 200 Gramm mehr als sein Vorgänger, bei den Hinterreifen sind es 700 Gramm pro Rad. In der Summe ergibt sich also ein Mehrgewicht von rund zwei Kilo pro Reifensatz.

Die deutliche Zunahme der thermischen Abnutzung wird die Geschwindigkeitsunterschiede der einzelnen Fahrzeuge vergrößern. Das bedeutet: mehr Überholmanöver und eine stärkere Betonung der Rennstrategie.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar verfassen