Neueste Kamerasysteme mit perfekten Durchblick für Nutzfahrzeuge

Rückspiegel von Lkw sind aufgrund ihrer Ausmaße meist nur unzureichend positionierbar und haben einen größeren toten Winkel gegenüber Kleinwagen. Die Folge: Nicht nur Überholmanöver werden erschwert, sondern speziell innerorts an Kreuzungen können Nutzfahrzeuge zu einer großen Gefahr für Fußgänger und Radfahrer werden. „Rund 30 Prozent der Unfälle mit Lkws finden beim Abbiegen statt, denn die in der Nähe befindlichen Verkehrsteilnehmer werden schlichtweg übersehen. Erschwerend dazu verlaufen diese Unfälle meist tödlich“, so Georg Otto Geduld, Managing Director (CEO), der zu Ficosa gehörenden ADASENS Automotive GmbH.

Der Automobilzulieferer entschied sich daher für eine neue Strategie, um das Gefahrenpotenzial durch Lkw für Passanten zu minimieren: Im Fokus steht der Ersatz der Rückspiegel durch intelligente Kamerasysteme, die durch eine ausgeklügelte Software jegliche Bewegung um den Lkw herum erkennen. Ein zusätzlicher Vorteil: Durch die kleineren Abmaße des Systems wird der Luftwiderstand bei der Fahrt minimiert und damit der CO2-Ausstoß entscheidend gesenkt.

Die folgende Situation ist jedem Lkw-Fahrer bekannt: Beim Abbiegen ein Blick in den Außenspiegel und man bremst scharf ab. Denn beinahe hätte man den Radfahrer übersehen, der sich neben dem Fahrzeug befand. Insbesondere Lkw-Fahrer fürchten diese Situation, denn trotz großer Außenspiegel sind die Sichtverhältnisse gerade beim Abbiegen alles andere als optimal. Diese Bereiche sind als „Tote Winkel“ hinlänglich bekannt. Unfälle, die sich wegen des „Toten Winkels“ ereignen, zählen zu den schwersten im Straßenverkehr, da sie meist tödlich verlaufen. Häufig gehören sogar Schulkinder zu den Opfern.

„Das Unfallrisiko und die Todeszahlen verursacht durch Lkw sind gravierend. Deutlich wird dabei, dass heutige Technologien, wie beispielsweise simple Kameras, die nur ein Bild übertragen, noch nicht ausgereift sind, um die Sicherheit im Straßenverkehr, insbesondere für Kinder, zu gewährleisten. Dennoch können wir bereits jetzt entscheidend vorbeugen, denn es existieren neben Ideen bereits fertige Lösungen, die das Sicherheitsniveau für alle Teilnehmer im Straßenverkehr enorm anheben können“ so Jörn Klingemann, Geschäftsführer der Ficosa International GmbH.

Das System von Ficosa basiert auf einem Kamerasystem, welches eine exakte Verkehrsteilnehmererkennung ermöglicht. Dies bedeutet, dass jedes Objekt, sei es eine Person, ein Fahrzeug oder ein Gegenstand, die sich innerhalb eines Gefahrenbereiches befinden, erkannt und entsprechend gemeldet werden.

Das System liefert Ficosa als Komplettpaket bestehend aus drei einzelnen Kameras sowie der intelligenten Software „iCare“. Mit dieser werden dem Lkw-Fahrer aufbereitete Bilder von Objekten übersichtlich auf seinem im Cockpit festinstallierten Monitor aufgezeigt, sodass er entsprechend reagieren kann. „Die Software erkennt nicht nur Objekte, sondern kann auch Fahrspuren, Linien und Lichtquellen detektieren“, erklärt Geduld.

Doch nicht nur Sicherheit im Straßenverkehr steht im Fokus der Entwicklung: Das System ist in der Lage auch als intelligente Parkhilfe oder als Spurwechsel-Assistent zu fungieren. „Wir können das System um beliebig viele Funktionen erweitern. Beispielsweise können die Warnhinweise auf Wunsch auch einen Eingriff in die Lenkung ermöglichen“, so Herr Geduld. Schon heute können mit dem System Spiegel teilweise ersetzt werden. So kann der Luftwiderstand des Fahrzeugs reduziert und damit der CO2-Ausstoß verringert werden. Die Reduzierung betrage laut Ficosa rund 1,4 bis 2 Prozent.

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