Haftpflicht, Teil- oder Vollkasko: Welche Versicherung ist sinnvoll?

Ohne Versicherung darf kein Fahrzeug in Deutschland unterwegs sein. Die Kosten für den Schutz sind teilweise sehr unterschiedlich und ein Wechsel der Gesellschaft kann durchaus Sinn machen. Viel Geld sparen kann auch die Überprüfung des Versicherungsumfangs und ein daraus folgender Ausstieg aus der Voll- oder Teilkaskoversicherung. Das Internet-Vergleichsportal transparo.de hat jetzt ermittelt, bis zu welchem Fahrzeugwert Internet-Kunden ihr Auto mit Kasko versichern. Danach werden drei Viertel aller Autos mit einem Wert bis unter 2.000 Euro ausschließlich haftpflichtversichert. Bei einem Wert bis 4.000 Euro macht das nur noch die Hälfte der Eigner, bis 6.000 Euro nur noch ein Drittel der Versicherten.

Dagegen schließen nur die Wenigsten eine Vollkaskoversicherung ab bei Autos mit einem Wert von unter 6.000 Euro. Über die Hälfte der Fahrzeuge bis zu diesem Wert sind mit einer Teilkasko versichert. Autos mit einem Zeitwert von über 8.000 Euro sind mehrheitlich vollkaskoversichert, bei einem Wert von über 15.000 Euro greifen mehr als 75 Prozent  der Autobesitzer zu diesem Schutz.

Wieviel Versicherungsschutz braucht eine alte Karre? Die persönlichen Verhältnisse entscheiden…

So viel Orientierung das Verhalten anderer Kunden auch bieten kann, die Wahl der Versicherung sollte immer vor dem Hintergrund des individuellen Bedarfs erfolgen. „Kann ich den finanziellen Verlust bei einem Totalschaden oder einem Diebstahl selbst tragen und kann ich ein neues Auto dann bezahlen oder finanzieren? Das sind zwei der Grundfragen, die sich jeder Autofahrer beim Versicherungswechsel stellen sollte“, weiß Wolfgang Schütz, Vorstand der Aspect Online AG, die das Vergleichsportal transparo betreibt.

Wer das nötige Geld für ein neues Auto schnell verfügbar auf der hohen Kante hat und bei der Versicherung sparen möchte, kann auch bei einem relativ hohen Fahrzeugwert noch auf die reine Haftpflicht setzen. Bei der Entscheidung über die Kaskoversicherung spielen außerdem die individuelle Versicherungsprämie und das Fahrzeugalter eine Rolle. „Persönlich würde ich bei etwa 4.000 Euro Wert eine Teilkasko, ab 8.000 Euro die Vollkasko abschließen. Sonst steht der mögliche hohe Schaden vielfach in keinem Verhältnis mehr zu den relativ geringen Zusatzkosten, die durch die erweiterte Versicherungspolice entstehen“, rät transparo-Versicherungsexperte Schütz. „Tatsächlich gibt es die Teilkaskoversicherung bei günstigen Policen schon für etwa zwei Euro Aufpreis im Monat, für die Vollkasko müssen Sparfüchse in besonders günstigen Fällen noch einmal fünf Euro drauflegen.“ Wie viel jeder individuell für Teil- oder Vollkasko zusätzlich zahlen muss, verraten Vergleichsrechner im Internet.

Eine Gruppe, die von einer guten Absicherung besonders profitieren kann, sind Pendler, die beruflich auf ihr Fahrzeug angewiesen sind. „Manche Versicherer bieten nach einem Schaden ein kostenloses Mietauto an, ohne dass sich der Versicherte noch um viel kümmern muss“, so Wolfgang Schütz. Gerade für beruflich und familiär eingespannte Verbraucher sei das eine Entlastung. Autofahrer, die einen günstigeren Versicherungsschutz suchen, können noch bis zum 30. November ihren Vertrag kündigen. Den besten Überblick über Kfz-Tarife finden sie bei transparo, dem Vergleichsportal mit hoher Marktabdeckung und guten Ergebnissen in unabhängigen Vergleichstests.

Kurz erklärt: Haftpflicht-, Teil- und Vollkaskoversicherung
Die Kfz-Haftpflichtversicherung zahlt bei einem selbstverschuldeten Unfall den Schaden des Unfallgegners. Die Teilkasko übernimmt Schäden am eigenen Auto, die durch Wildunfälle, Glasbruch, Unwetter, Brand, Diebstahl oder Marderbiss entstehen. Die Vollkaskoversicherung beinhaltet automatisch den Teilkaskoschutz. Zusätzlich springt sie bei Schäden am eigenen Auto ein, wenn der Unfall selbstverschuldet ist. Hat dagegen ein anderer den Unfall verursacht, zahlt dessen Kfz-Haftpflichtversicherung diesen Schaden.

1 Kommentar zu Haftpflicht, Teil- oder Vollkasko: Welche Versicherung ist sinnvoll?

  1. Klingt alles einfach. Der Gutachter beurteilt den Restwert des Unfallwagens. Liegt der zum Beispiel bei 3 000 Euro und beträgt der Wiederbeschaffungswert für ein gleichwertiges Fahrzeug ohne Unfallschaden 11 000 Euro, muss die Versicherung 8 000 Euro zahlen. Bei einer solchen Abrechnung setzen Versicherungen den Restwert aber gern sehr hoch an oder verlangen vom Geschädigten, dass er mehrere Angebote für das Unfallauto einholt. Das beobachtet Rechtsan­walt Hans-Jürgen Gebhardt, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltverein. Dabei reicht es, das Auto zu dem im Gutachten genannten Wert zu verkaufen – es sei denn, die Versicherung bietet selber mehr (Bundesgerichtshof, Az. VI ZR 219/98).

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