Testfahrt im Peugeot 208 1.6 e-HDi: Luxus-Mini mit Charme

Peugeot 208
(Foto: Peugeot)

Der neue Peugeot 208 kommt am 21. April auf den Markt und soll an die Erfolge der Vorgänger 205 und 206 anknüpfen. Eine erste Testfahrt überprüft seine Chancen.

Die Ahnenreihe des neuen Peugeot 208 geht bis auf den 201 aus dem Jahr 1929 zurück. Mit der neuen Nummer wollen die Franzosen wieder an erfolgreichere Tage anknüpfen, denn nach 5,3 Millionen gebauten 205 und sogar 7,8 Millionen verkauften 206 war der 207 mit nur 2,4 Millionen Einheiten kein großer Hit. Markteinführung für die neue Nummer ist in Deutschland am 21. April. Bei Bestellung bis zum 30. Juni gibt es die einjährige Anschlussgarantie kostenlos.

Zunächst werden nur zwei Benziner mit 70 kW/ 95 PS und 88 kW/120 PS angeboten, weitere mit 50 kW/68 PS, 60 kW/ 82 PS und 115 kW/ 156 PS folgen. Vom kleinen Dreizylinder mit 1,0 Liter Hubraum bis zum 1,6 Liter-Vierzylinder reicht dann die Auswahl. Die Dieselversionen beginnen mit dem 1,4 Liter, der 50 kW/68 PS leistet und enden beim 1,6 Liter mit 84 kW/ 114 PS. Dazwischen liegt die 1,6 Liter-Variante mit 68 kW/ 92 PS, die für eine erste Testfahrt als goldene Mitte ausgewählt wurde.

Peugeot 208
(Foto: Peugeot)

Prinzipiell stehen beim 208 drei Ausstattungsstufen zur Wahl, die Einstiegsvariante „Access“ ist jedoch nur mit den jeweils kleinesten Motoren zu bekommen, die Top-Ausstattung „Allure“ bleibt den beiden stärkeren Selbstzündern und den drei stärkeren Benziner vorbehalten. Die Version „Active“ kann mit den drei kleineren Benzinern und den beiden schwächeren Dieselmotoren kombiniert werden.

Preislich beginnt es beim dreitürigen 208 Access 68 VTi-Benziner mit 11 600 Euro, der Einstiegs-Diesel liegt 2 000 Euro darüber, für fünf Türen werden 650 Euro fällig. Die getestete Version 208 Allure e-HDI FAP 92 Stop & Start – so die vollständige und sperrige Modellbezeichnung – kostet als Fünftürer satte 18 850 Euro, aus denen mit großem Glasdach, Sitzheizung, Alu-Reserverad, Navigationssystem und dem einen oder anderen Ausstattungspaket schnell 22 150 Euro werden können.

Peugeot hat die neue Modellgeneration gegenüber dem Vorgänger kompakter und leichter gemacht. Auf 3,962 Metern Außenlänge hat der Hersteller die Abmessungen begrenzt, er ist 1,46 Meter hoch und 1,739 Meter breit. Dennoch darf er in Autobahnbaustellen mit einer auf 2,0 Meter begrenzten Überholspur nur rechts fahren, denn samt Spiegeln ist er 2,004 Meter breit. Seine stämmige Statur wirkt harmonischer und weniger extrovertiert als beim Vorgänger.  Mit 1 265 Kilogramm Leergewicht ist die gefahrene Version kein Leichtgewicht, hier findet der hochwertige Eindruck des Fahrzeugs seine Entsprechung.

Der Testwagen glänzt mit Chrom-Applikationen und steht auf 16 Zoll großen Reifen im Format 195/55. Die Türen werden an stabilen Ziehgriffen geöffnet. Um die B-Säule müssen sich die vorne Einsteigenden etwas herumschlängeln, bevor sie auf relativ straff gepolsterten, mit Alcantara bezogenen Sitzflächen Platz nehmen. Dank höhen- und weitenverstellbarem Lenkrad lässt sich eine gute Position finden. Die Armaturen thronen auf dem Armaturenbrett, fast wie ein Head-up-Display, ein großes Touch-screen-Display sitzt wuchtig in dessen Mitte. Der Zustieg hinten gelingt mühelos. Hier ist die Beinfreiheit etwas größer als beim 207, aber naturgemäß nicht üppig.

Leder, dunkler Chrom und ansehnliche Kunststoffe ergeben beim neuen Peugeot einen eigenwilligen Stilmix. Die Funktionalität kann überwiegend gefallen. Das unten abgeflachte Lenkrad mit sehr kleinem Durchmesser für einen einfachen Einstieg verdeckt leider die Bedieneinheit für die Temporegelanlage. Der Schalter für den Warnblinker könnte auffälliger sein, die für Fahrer und Beifahrer getrennte Regulierung der Klimaanlage überrascht positiv, die Schalter sind aber sehr tief angebracht.  Dosenhalter und Türtaschen sowie ein erfreulich großes, unterteiltes Handschuhfach sind praxisgerecht. Die Rücksitzlehnen lassen sich im Verhältnis von 1 zu 2 getrennt umlegen, es entsteht eine kleine Stufe im Ladeabteil, unter dessen Boden in der Reserveradmulde Reifendichtmittel lagert. 285 Liter bis 1076 Liter Volumen werden geboten.

Erwartungsgemäß springt der Motor sofort nach dem Schlüsseldreh an. Der Diesel läuft weich, das Geräusch ist gut gedämmt. Eine kleine Anfahrschwäche muss er überwinden, zieht aber ab 1 500 U/min ruckfrei los, mit 1 700 U/min geht es besser.  Zügiges Hochschalten gelingt mühelos, die fünf Fahrstufen lassen sich auf nicht zu langen Wegen präzise einlegen.  Alternativ wird auch ein automatisiertes Sechsgang-Getriebe angeboten. Das Stop & Start-System schaltet den Motor schon vor dem Stillstand an der roten Ampel ab; in 400 m/s springt er nach Tritt auf die Kupplung wieder an. Bei Richtgeschwindigkeit von 130 km/h dreht der Motor im fünften Gang komfortable 2 500 U/min. Die mögliche Höchstgeschwindigkeit wird mit 185 km/h angegeben. Für den Spurt aus dem Stand auf 100 km/h sollen 10,9 Sekunden genügen. Wer das Leistungspotenzial clever nutzt, kann mit weniger als vier Litern 100 Kilometer weit kommen. Am Ende der Testfahrt zeigte der Bordcomputer einen Wert von 4,2 L/100 km an.

Der 208 überzeugt mit sehr gutem Geradeauslauf. Kurven werden souverän umrundet. Der Abrollkomfort ist gut und die Federungseigenschaften ein gelungener Kompromiss. Die geschwindigkeitsabhängige, elektrische Servolenkung vermittelt genügend Rückmeldung, versteift sich aber bei höheren Geschwindigkeit etwas zu sehr. Ein Wunder an Handlichkeit ist der kompakte Franzose nicht. Dieser Eindruck wird auch durch die Unübersichtlichkeit verstärkt, denn Front und Heck lassen sich jeweils nur erahnen. Die fein ansprechenden Bremsen mit ESP von Continental Teves überzeugen.

Fazit: Der neue Peugeot 208 ist in der Ausstattungsversion Allure ein charmanter Luxus-Mini mit insgesamt überzeugendem Auftritt.

Technische Daten Peugeot 208 1.6 e-HDi FAP Stop &Start (Fünftürer)

Fünftürige Schrägheck-Limousine, Länge/Breite/Höhe/Radstand 3,96 Meter/1,73 Meter/ 1,46 Meter/ 2,53 Meter; Leergewicht 1265 Kilogramm; Zuladung 360 Kilogramm; Gepäckvolumen 285 – 1076 Liter; Wendekreis 10,4 Meter.

Motor/ Antrieb:

1,6 Liter Dieseldirekteinspritzer mit Turbolader, Leistung 68 kW/ 92 PS bei 4 000 U/min, max. Drehmoment 230 Nm bei 1 750 U/min; 0 – 100 km/h: 10,9 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 185 km/h; Normverbrauch 3,8 L/ 100 km; CO2-Ausstoß 98 g/km; Euro 5, Preis ab 18 850 Euro.

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