Forschungsprojekt „Pollux“: Mehr Reichweite für Elektroautos

AVL Software and Functions und NXP Semiconductors Germany GmbH forschen gemeinsam im Rahmen eines europäischen Forschungsvorhaben am Elektroauto der nächsten Generation. Nachdem in der ersten Phase des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts die Batterietechnologie, die Infrastruktur der Ladestationen und die damit verbundene Normungen und Standardisierungen im Mittelpunkt standen, gilt es jetzt, die Reichweite der Fahrzeuge zu erhöhen. Das lässt sich bewirken, indem der Stromverbrauch des Autos insgesamt sinkt. Die Kernfrage des Projekts lautet daher, wie man den Stromverbrauch im Fahrzeug durch neue Bauteile und bedarfsorientierte Steuerung optimieren kann, ohne dabei an Sicherheit zu verlieren.

Um dieses Ziel zu erreichen, erforschen die Projektteilnehmer unter anderem die Energieeffizienz aller Stromverbraucher im Fahrzeug – von der Beleuchtung über die Heizung und Klimaanlage bis hin zu den Steuerungssystemen. So wird getestet, inwiefern neue, stromsparende Bauteile den Verbrauch drosseln. Gleichzeitig soll eine intelligente Verteilung von Sicherheitsfunktionen Prozessoren und andere Bauteile in den einzelnen Steuergeräten einsparen, was neben dem Stromverbrauch auch Gewicht und Größe der Steuergeräte reduziert.

Ein wichtiger Bereich des Projekts betrifft die energieeffiziente Arbeitsweise der Steuergeräte für die weitverzweigte Bord-Elektronik der Fahrzeuge. In komplexen Systemen wie den modernen Autos sind zwanzig oder mehr Steuerkomponenten permanent auf Stand-by-Modus geschaltet. NXP arbeitet an einer neuen Generation von Bussystemen die es ermöglichen, alle nicht benötigten Steuergeräte im Fahrzeug in einen absoluten Ruhezustand zu versetzen. Dadurch lässt sich der Stromverbrauch des Fahrzeugs erheblich reduzieren, was sich wiederum positiv auf die CO2-Bilanz auswirkt.

Allerdings birgt dieses Verfahren die Herausforderung, ein gerade nicht benötigtes Steuergerät aus dem sogenannten Teilnetzbetrieb ausreichend schnell wieder in das Netzwerk einzubinden, ohne die Sicherheit der Fahrzeuge zu beeinträchtigen.  Denn auch wenn ein Steuersystem im Stromsparmodus läuft, muss es im Notfall ebenso schnell verfügbar sein, wie in Stand-by.  Alle Informationen müssen fehlerfrei und zum richtigen Zeitpunkt über die Bussysteme übertragen werden.

Im Rahmen von POLLUX erforscht NXP, in wie weit sich die Bus Transceiver und damit verbundene Komponenten im Fahrzeug abschalten lassen und wie schnell sie für sicherheitsrelevante Funktionen wieder gestartet werden können. Die dabei gewonnenen Informationen über das Fahrzeugnetzwerk wird AVL für neue Kontroll- und Sicherheitslösungen im Bereich E-Maschine und Batterie nutzen. Auch andere europäische Partner wie beispielsweise die Fiat-Forschungsgruppe, gründen ihre weiteren Entwicklungen in Richtung Elektroauto auf die Forschungsergebnisse im Bereich Steuerungssysteme von NXP.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt mit 679.000 Euro. Neben  NXP und AVL sind noch weitere europäische Unternehmen daran beteiligt. Das Projekt startete im März 2010 und ist auf drei Jahre angelegt.

1 Kommentar zu Forschungsprojekt „Pollux“: Mehr Reichweite für Elektroautos

  1. Ein gutes Elektroauto ist schon längst überfällig. Aber mir scheint die großen Autohersteller, die so einem Projekt einen richtigen Schub verleihen könnten, wollen noch nicht so richtig einsteigen. Schade, denn ich denke hier kann man sich viel Know how anarbeiten.

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