Der neue Scirocco R – ein Sportwagen ohne Kompromisse

Volkswagen präsentiert ihn deshalb in diesen Tagen den internationalen Medien. Und zwar in einer Region, deren kurvenreiche Asphaltdecken das agile Auto aufzusaugen scheint: die französischen Seealpen über den Dächern Nizzas. Die Strecken sind zum Teil identisch mit denen der Rallye Monte Carlo; etwa wenn es hinauf zum legendären Col de Turini geht. Doch nicht nur hier ist der stärkste Scirocco aller Zeiten in seinem Element – der neue, viersitzige Sportwagen empfiehlt sich ebenso als dynamischer und dabei sparsamer Begleiter für die Strecken des täglichen Lebens. Immer serienmäßig an Bord: die erstmals mit dem Golf GTI vorgestellte Vorderachs- Quersperre XDS für optimale Traktionseigenschaften und puren Fahrspaß.

Wird gerade in und um Nizza präsentiert: Der neue Scirocco R (Foto: Volkswagen)
Wird gerade in und um Nizza präsentiert: Der neue Scirocco R (Foto: Volkswagen)

R-KONZEPT

Der Scirocco R – konzipiert von Volkswagen Individual – ist einsouveränes Kraftpaket mit brillantem Motor und Fahrwerk, eigenständiger Optik und exklusiver Ausstattung. Statt des für die R-Modelle in diesem Segment bislang üblichen Sechszylinders kommt im neuen Scirocco R ein aufgeladener Vierzylinder-TSI zum Einsatz. Vorteile: Sehr hohe Leistungs- und Drehmomentwerte bei signifikant reduziertem Kraftstoffverbrauch. Lediglich 8,1 Liter Super bleifrei im Durchschnitt sind es, die via Direkteinspritzung auf 100 Kilometern in die Brennräume fließen. Das entspricht einer CO2-Emission von 189 g/km – Bestwerte für einen 250 km/h (elektronisch begrenzt) schnellen Sportwagen.  Per optionalem Doppelkupplungsgetriebe (DSG) geschaltet, sind es 8,0 Liter respektive 187 g/km.

Scirocco-Flotte beim 24-Stunden-Rennen: Welch dynamisches Potential im Scirocco steckt, bewies Volkswagen beim 24-Stunden- Rennen im Mai auf dem Nürburgring. Dort trat mit insgesamt fünf Exemplaren gleich eine ganze Flotte des Zweitürers zum Marathonritt durch die „Grüne Hölle“ an; alle zeigten sie technisch wie optisch Nähe zum Serienfahrzeug. Drei der Scirocco GT24 wurden von einem TSI- Benziner mit 315 PS angetrieben. Zwei weitere GT24 trugen die Zusatzbezeichnung CNG für Compressed Natural Gas, denn ihr mehr als 280 PS starker TSI wurde mit Erdgas befeuert. Am Ende der 24 Stunden hatte Volkswagen Motorsportgeschichte geschrieben: Mit dem Scirocco GT24 gelang dem Team ein Sieg in der Klasse für Fahrzeuge mit Zweiliter- Turbomotoren. Auf Platz eins und zwei entschieden die Scirocco GT24-CNG zudem souverän die Kategorie der Fahrzeuge mit alternativem Antrieb für sich. Schon 2008 katapultierten Profis wie Carlos Sainz und Hans-Joachim Stuck zwei Scirocco GT24 mit einem Doppelsieg bei diesem Langstreckenklassiker an die Spitze ihrer Klasse.

R-ANTRIEB

Mit der neuen R-Version fährt jetzt das Serienpendant der Boliden zur Startaufstellung. Im Hinblick auf die sehr hohe Literleistung des 2.0 TSI (97,5 kW /132,5 PS pro Liter) entschied sich Volkswagen für den Turbo-Benzindirekteinspritzer 2.0 TSI.

Mehr Dynamik durch cleveres Downsizing: Wie alle TSI-Motoren, verbindet auch die R-Version die Effizienz der Direkteinspritzung mit der Kraft der Aufladung. Trotz des Hubraum- und Zylinder- Downsizings entwickelt der 1.984 cm3 große Vierventil-Vierzylinder deutlich mehr Leistung (+ 15 PS) und Drehmoment (+ 30 Newtonmeter) alsder Sechszylinder- Motor des letzten Golf R32. Im Detail erreicht der 2,0-Liter- TSI des neuen Scirocco R bei 6.000 U/min eine maximale Leistung von 265 PS. Das höchste Drehmoment – starke 350 Newtonmeter – steht auf einem gigantischen Drehzahlplateau von 2.500 bis 5.000 U/min zur Verfügung. Dementsprechend agil ist das Ansprechverhalten des Motors, der praktisch in jedem Drehzahlbereich im Zeitfenster eines Lidschlages spontan abrufbaren Schub bereithält.

Akustisch unterstreicht der Motor seine besondere Art der Leistungsentfaltung eindrucksvoll. Die Abgasanlage selbst ist zweiflutig ausgelegt. Jeweils links und rechts im Stoßfänger ragen deshalb verchromte, ovale Endrohre heraus.

Engine of the Year für den Scirocco R: Der bereits viermal als „Engine of the Year“ ausgezeichnete Reihen-Vierzylinder baut seinen mächtigen Schub über eine Abgasturboaufladung (bis zu 1,2 bar Ladedruck) samt Ladeluftkühlung auf. Gesteuert wird der nur 152 Kilo schwere Motor über ein vollelektronisches Motormanagement mit E-Gas. Die Kolben
des Vierzylinders wurden gegenüber schwächeren Versionen mit verstärkten Bolzen ausgestattet. Gleichfalls stärker wurden die Pleuel ausgelegt, um das hohe Drehmoment sicher auf die Kurbelwelle zu übertragen. Aufgrund der vehement einsetzenden Motorkräfte wurde auch der Zylinderblock selbst versteift.

Das alles zeigt eine höchst dynamische Wirkung: Für den Zwischensprint von 80 auf 120 km/h im fünften Gang genehmigt sich der 1.344 Kilo leichte Scirocco R lediglich 5,5 kurze Sekunden. Genau dieses Fahren mit dem „gefühlt“ schon ab dem Leerlauf einsetzenden Drehmomentmaximum ist es, was diesen Sportwagen auszeichnet. Ein souveräner, cooler Cruiser für jeden Weg und Tag des Jahres. Wer aber herunterschaltet und Vollgas gibt, erweckt die zweite Seite des Scirocco R: ein Auto mit Motorsport-Genen, das in nur 6,0 Sekunden aus dem Stand heraus auf 100 km/h sprintet und den 1.000-Meter-Sprint in 25,6 Sekunden hinter sich bringt. Höchstgeschwindigkeit: elektronisch begrenzte 250 km/h (bei 6.320 U/min.)

Klar ist, dass es auch diesen Scirocco optional mit einem Doppelkupplungsgetriebe (DSG) gibt. Wer sich für das innovative 6-Gang-DSG entscheidet, erlebt einen nochmals schneller sprintenden Scirocco R: Die 100-km/h-Marke fällt hier nach 5,8 Sekunden. Wie so oft im Falle eines DSG, wird das Plus an Dynamik (und Komfort) keineswegs über ein Plus an Verbrauch und Emissionen erkauft. Das Gegenteil ist der Fall, wie 8,0 Liter Durchschnittsverbrauch und 187 g/km CO2 zeigen.

R-FAHRWERK

Serienmäßig gibt Volkswagen dem Scirocco R ein spezifisch abgestimmtes Sportfahrwerk und das Vorderachs-Quersperrdifferential XDS mit auf den Weg. Hinter letzterem verbirgt sich eine Funktionserweiterung der in das ESP integrierten elektronischen Differentialsperre (EDS), die jegliche Traktionsverluste wirkungsvoll eliminiert.

XDS gleicht das Untersteuern aus: Sobald die clevere Elektronik erkennt, dass das kurveninnere Rad der Vorderachse bei schneller Fahrt zu sehr entlastet wird, baut die ESP-Hydraulik an diesem Rad gezielt einen Bremsdruck auf, um wieder die optimale Traktion herzustellen. Das XDS wirkt so als Quersperrdifferential, mit dem das für
Fronttriebler typische Untersteuern in schnell gefahrenen Kurven ausgeglichen wird. Das Fahrverhalten des ohnehin agilen Scirocco R wird dank XDS deutlich präziser und neutraler.

Achslayout aus der Serie: Vorne sorgt im Scirocco R eine McPherson-Achse für eine exakte Spurführung und ausgeglichene Komforteigenschaften. Hinten ist es eine Vierlenkerachse, die sich der Herausforderung zwischen sportlicher und komfortabler Auslegung anerkannt überzeugend stellt.

DCC optimiert Spagat zwischen Komfort und Dynamik: Optional ist der Scirocco R mit der adaptiven Fahrwerksregelung DCC erhältlich. Das System stellt die Dämpfung permanent und radindividuell anhand der Signale von je drei Aufbau- und Radwegsensoren auf die jeweilige Fahrbahn ein. Bei Beschleunigungs-, Brems- oder Lenkvorgängen wird die Dämpfung jedoch in Sekundenbruchteilen verhärtet, um die fahrdynamischen Erfordernisse optimal zu erfüllen. Durch diese automatische Verstellung ermöglicht DCC in fahr dynamisch weniger anspruchsvollen Situationen eine deutliche Steigerung des Komforts; und das löst den Zielkonflikt zwischen sportlich straffer undkomfortabler Auslegung. Neben dem „Normal“-Programm bietet DCC zusätzlich die vom Fahrer wählbaren Modi „Sport“ und „Comfort“.

Neu gestaltete R-Felgen: Serienmäßig kommen neu gestaltete 18-Zoll- Leichtmetallfelgen (Typ „Talladega“) mit Reifen der Dimension 235/40 zum Einsatz. Optional stehen die Felgen in einer 19-Zoll- Version zur Wahl. Beide Rad-Reifen-Kombinationen unterstützen die maximal erreichbare Querdynamik des neuen Sportwagens.

17-Zoll-Bremsanlage für maximale Verzögerung: Den höheren Fahrleistungen des Scirocco R angepasst wurde auch die Bremsanlage. Statt eines 16-Zoll-Systems sorgt deshalb eine 17-Zoll-Anlage mit rundum innen belüfteten Scheiben und R-spezifisch glänzend schwarz lackierten Bremssätteln für souveräne Verzögerungswerte. Vorn weisen die Scheiben einen Durchmesser von 345 Millimetern, hinten von 310 Millimetern auf. Modifiziert wurde ebenfalls das elektronische Stabilisierungsprogramm (ESP). Es kann via ESP-Taste (Mittelkonsole) in einen neuen Sportmodus geschaltet werden. Bei sehr schnellen und kurvenreichen Fahrten – etwa auf der Rennstrecke – spricht das ESP in der Folge später an und ermöglicht so nochmals agilere Handlingeigenschaften. Parallel wird die Antriebsschlupfregelung (ASR) bei aktivem ESP-Sportmodus komplett abgeschaltet. Mit einer sportlicheren Kennlinie versehen wurde über dies hinaus auch die elektromechanische Servolenkung des neuen Scirocco R.

DAS R-DESIGN

Frontpartie mit LED-Tagfahrlicht: Vorn wird das Design nach dem Motto „Form follows Function“ durch drei große Lufteinstrittsöffnungen mit großen Lamellen im speziell für den Scirocco R designten Stoßfänger geprägt, mit denen die Ingenieure eine optimale Kühlung der Bremsen und des Motors erreichen. Im Bereich der seitlichen Lufteinlässe sind links und rechts serienmäßig neu konzipierte LED-Tagfahrlichter integriert. Glänzend im edlen Schwarz gehalten ist das schmale, eigenständige Kühlergrill-Schutzgitter. Hier (wie auf
der Heckklappe) gibt sich der Scirocco R zudem am neu gestalteten R-Zeichen – in Chrom auf schwarzem Grund – zu erkennen. Für eine perfekte Ausleuchtung der Straße sorgen derweil die serienmäßigen Bi-Xenonscheinwerfer samt integrierten Blinklichtern.

Zweiflutige Abgasanlage beim neuen Scirocco R (Foto: Volkswagen)
Zweiflutige Abgasanlage beim neuen Scirocco R (Foto: Volkswagen)

Heck mit zweiflutiger Abgasanlage: Die Heckpartie wird durch den im Vergleich zu allen anderen Serien-Scirocco deutlich größeren Dachkanten- Spoiler und einen markant schwarz glänzenden Diffusor im unteren Bereich des im typischen R-Design gestalteten Stoßfängers dominiert. Beide Bauteile – Diffusor und Dachkantenspoiler – reduzieren den Auftrieb an der Hinterachse. Stilistisch sehr harmonisch in das Gesamtdesign der Heckpartie integriert wurden die verchromten, ovalen Endrohre der zweiflutigen Abgasanlage. Jeweils
ein Endrohr ist links und rechts als Begrenzung zwischen schwarzem Diffusor und dem in Wagenfarbe lackierten Stoßfänger zu sehen. Dunkel getönt sind überdies hinaus die Rückleuchten des neuen Scirocco R.

Neue Felgen, die dem R vorbehalten sind: Talladega (Foto: Volkswagen)
Neue Felgen, die dem R vorbehalten sind: Talladega (Foto: Volkswagen)

Silhouette mit neuen R-Felgen: Die Seitenansicht prägen kraftvoll ausgeführte und in Wagenfarbe lackierte Seitenschweller sowie die ebenfalls neu gestalteten R-Leichtmetallräder des Typs „Talladega“ im 18-Zoll-Format. Die glanzgedrehten Felgen weisen fünf Dreifach-Speichen auf, sind optisch ähnlich eigenständig und markant wie die Felgen des Golf GTI („Denver“) und bieten einen sehr schönen Blick auf die große 17-Zoll-Bremsanlage mit ihren glänzend schwarzen Sätteln und R-Logo. Optional bietet Volkswagen die Felge „Talladega“ (benannt nach einer US-Rennstrecke) auch in einer 19-Zoll-Version an. Wie die Bremssättel, so sind auch die Außenspiegel des Scirocco R unabhängig von der Wagenfarbe stets glänzend schwarz lackiert.

DAS R-INTERIEUR

Der Tacho geht bis 300 - der Scirocco R ist jedoch bei 250 elektronisch abgeriegelt (Foto: Volkswagen)
Der Tacho geht bis 300 - der Scirocco R ist jedoch bei 250 elektronisch abgeriegelt (Foto: Volkswagen)

In weiten Bereichen veredelt präsentiert sich das Interieur des neuen Scirocco R. Wie für alle R-Modelle typisch, kommen dabei spezifische Innenraum-Applikationen, Sportsitze (optional in Leder) und zahlreiche weitere Features von dynamischer Natur zum Einsatz. Und zwar serienmäßig. Im Detail differenziert sich der Scirocco R durch folgende
Ausstattungselemente von den Varianten bis 210 PS Leistung:

  • Sportsitzanlage, bezogen im Stoffgewebe „Kyalami“ (benannt nach der Formel-1-Rennstrecke in Südafrika), mit R-Logo in den vorderen Kopfstützen in „Artgrey“. Die Innenflächen der Sitzwangen bestehen aus kristallgrauer Microfaser.
  • Eigenständige Aluminium-Dekoreinlagen in den Armaturen mit R-Logo. Hochglänzend schwarze Applikationen im Bereich der Mittelkonsole, der Türzuziehgriffe, des Schaltknaufs, der Luftausströmer und der Lenkradspeichen.
  • Handbremshebelgriff und Schalthebelverkleidung in Leder, mit Ziernähten in „Artgrey“. Einfassungen der Fußmatten ebenfalls in „Artgrey“.
  • Aluminium-Einstiegsleisten mit eingearbeitetem R-Logo.
  • Instrumente mit weißer Ausleuchtung und blauen Zeigern und einer Tachometeranzeige bis 300 km/h.
  • Unten abgeflachtes Multifunktions-Lederlenkrad im R-Design (drei Speichen, gelochtes Leder im oberen und unteren Drittel, Griffmulden rechts und links), mit Ziernähten in „Artgrey“, R-Logo in der unteren Lenkradspeiche und Multifunktionstasten in den Lenkradquerspeichen. Wird der Scirocco R als DSG-Version geordert, ist das Lenkrad mit Schalttasten (+/-) ausgerüstet.

DIE R-ZUSATZFEATURES

Der Scirocco ist generell sehr umfangreich ausgestattet. Serienmäßig dabei sind unter anderem sechs Airbags, ESP mit Gegenlenkunterstützung, eine elektromechanische Servolenkung, Dauerfahrlicht, eine halbautomatische Klimaanlage („Climatic“), Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung und elektrische Fensterheber, um nur einige
Details zu nennen. Beim Scirocco R wird diese Liste durch die im Kapitel „Interieur“ bereits skizzierten Features verlängert. Hinzu kommen folgende Funktionsausstattungen:

  • Bi-Xenonscheinwerfer inklusive statischem Kurvenlicht, dynamischer Leuchtweitenregulierung, Scheinwerfer-Reinigungsanlage und Warnleuchte für den Waschwasserstand.
  • Klimaautomatik („Climatronic“), links und rechts getrennt regelbar, plus automatischer Umluftschaltung.
  • Radio-CD-System „RCD 310“ (4 x 20 Watt) mit acht Lautsprechern, CD-Player, MP3-Wiedergabefunktion mit Titelanzeige, Doppel-Tuner mit Phasen-Diversity für bestmöglichen Radioempfang und Multimediabuchse, AUX-IN in der Mittelkonsole.
  • Licht-und-Sicht-Paket mit zwei Leuchten im vorderen Fußraum, automatischer Fahrlichtschaltung (inkl. „Coming home“- und „Leaving home“- Funktion, automatisch abblendendem Innenspiegel und Regensensor.
  • Reifenkontrollanzeige.
  • LED-Tagfahrlicht.

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