Premiere für gleich vier neue Elektroautos von Renault

Renault feiert auf der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt die Weltpremiere von vier Elektrofahrzeugen, die ab 2011 auf den Markt kommen werden. Ein weiteres Messe-Highlight ist die erste Batteriewechselstation „Quickdrop“: Statt den Energiespeicher aufzuladen, wird er in nur drei Minuten einfach ausgetauscht. Danach kann das Elektroauto mit frischer Batterie und voller Reichweite weiterfahren.

Mit der Markteinführung von vier Elektrofahrzeugen leistet Renault ab 2011 einen entscheidenden Beitrag zur emissionsfreien Mobilität. Die in Frankfurt vorgestellten Konzeptfahrzeuge ermöglichen bereits heute eine konkrete Vorstellung, welche Elektromodelle Renault in Großserie auf den Markt bringen wird. Das Angebot reicht vom hoch innovativen Zweisitzer für die Innenstadt über den agilen Viersitzer und die komfortable Stufenhecklimousine für fünf Personen bis hin zum geräumigen Elektrotransporter für Fahrzeugflotten und Gewerbetreibende.

Twizy Z.E. Concept: Agiles Stadtfahrzeug für zwei Personen

Der Twizy Z.E. Concept verkörpert mit kompakten 2,3 Metern Länge und nur 1,1 Metern Breite ein völlig neues Fahrzeuglayout für den Innenstadtverkehr. Fahrer und Beifahrer sitzen sehr bequem hintereinander in einer hochsteifen Sicherheitsfahrgastzelle. Auf diese Weise benötigt der vierrädrige Citystromer so wenig Verkehrsfläche wie ein großer Motorroller und bewegt sich mit lediglich drei Metern Wendekreis äußerst agil im Straßenverkehr. Auch das Parken eröffnet bislang ungekannte Möglichkeiten. Für die zügige Fortbewegung sorgt der Elektroantrieb mit 15 kW/20 PS und 70 Nm maximalem Drehmoment, das ab dem Start zur Verfügung steht. Die Spitzengeschwindigkeit ist auf 75 km/h begrenzt, die Reichweite beträgt bis zu 100 Kilometer. Die Reifen in der Größe 135/80 R13 tragen mit besonders geringem Rollwiderstand ebenfalls zum niedrigen Energiebedarf bei.

(Foto: Renault)
Renault Twizy Z.E. Concept Studie (Foto: Renault)

Der Twizy Z.E. Concept ist mit leistungsstarken Lithium-Ionen-Batterien ausgestattet, die unter den Sitzen platziert sind. Die Aufladung erfolgt mittels eines Kabels unter dem Renault Logo in der Fahrzeugfront an jeder konventionellen 220-Volt-Steckdose. Nach rund dreieinhalb Stunden sind die Batterien vollständig aufgeladen.

Der perlmuttweiße, futuristisch designte Renault Twizy Z.E. Concept setzt auch im Interieur zukunftsweisende Akzente. Alle Kontrollleuchten sind gut sichtbar am unteren Ende der Windschutzscheibe platziert. Auf dem übersichtlichen Kombiinstrument zeigt eine stilisierte Lotusblüte die verbleibende Reichweite an: Nach und nach schließen sich die Blütenblätter und weisen den Fahrer darauf hin, wann er die nächste Ladestation ansteuern muss. Auf Klimaanlage und Heizung verzichtet der Twizy Z.E. Concept bewusst, so dass die gesamte Energie der Reichweite zu Gute kommt.

Zoe Z.E. Concept: Elegante Fortbewegung für vier Personen

Elegantes Design vereint mit höchster Energieeffizienz kennzeichnet auch den vielseitigen Elektro-Viersitzer Zoe Z.E. Concept. Der Elektromotor leistet 70 kW/95 PS und bietet ein maximales Drehmoment von 225 Nm. Die Lithium-Ionen-Batterie ermöglicht eine maximale Reichweite von 160 Kilometern.

(Foto: Renault)
Renault Zoe Z.E. Concept (Foto: Renault)

Die Batterie kann auf drei Arten geladen werden: per Standardladung, per Schnellladung oder per Austausch an der Quickdrop-Station. Die Standardladung erfolgt über eine herkömmliche 220-Volt-Steckdose innerhalb von vier bis acht Stunden. Die Schnellladung ist an speziell dafür gedachten Ladestationen mit 400-Volt-Kraftstrom innerhalb von 20 Minuten möglich. Noch zügiger funktioniert das exklusive Quickdrop-System, bei dem die leere Batterie innerhalb von drei Minuten gegen einen frisch geladenen Akku ausgetauscht wird.

Der Zoe Z.E. Concept vertritt mit 4,1 Metern Länge und 2,6 Metern Radstand das Maßkonzept der populären Kompaktklasse. Markante Merkmale sind die aerodynamische Formgebung, die weitgehend aus Stahl gefertigte Gürtellinie sowie die großzügig dimensionierten 21-Zoll-Räder. Ein ausfahrbarer Heckspoiler verbessert ab 90 km/h zusätzlich die Aerodynamik. Die LED-Leuchten im Heckflügel dienen ebenso wie die Leuchten in der Haifischflossen-förmigen Antenne als Bremslicht.

Photovoltaik-Zellen für den Strombedarf an Bord

Das Dach des Zoe Z.E. Concept wirkt wie eine isolierende Membran, die vor Hitze und Kälte schützt. Wabenförmige Photovoltaik-Zellen wandeln Sonnenenenergie in elektrische Energie um, die zur Klimaregulierung im Interieur genutzt wird. Unverwechselbare Akzente setzen auch Elemente aus Polyurethan-Gel, welche die LED-Scheinwerfer und Rückleuchten einfassen. Sie schützen die Leuchteinheiten wirkungsvoll gegen kleine Rempler im Stadtverkehr. Die markanten seitlichen Lufteinlässe leiten die notwendige Kühlluft zu den Batterien. Durch die hinteren Luftauslässe lassen sich die aerodynamisch geformten Radaufhängungen erkennen. Weiteres charakteristisches Merkmal sind die beiden energieeffizienten Videokameras, die anstelle der Außenspiegel zum Einsatz kommen: Diese senden ihre Bilder auf den zentralen Innenrückspiegel und bieten dem Fahrer damit hervorragende Sicht ohne toten Winkel auf das Verkehrsgeschehen hinter ihm.

Der Zustieg zum Zoe Z.E. Concept erfolgt über zwei Flügeltüren. Zu den Fondsitzen gelangen die Passagiere durch zwei Schmetterlingstüren, die zusätzlich den seitlichen Zugang zum Kofferraum ermöglichen.

Das Interieur des Zoe Z.E. Concept unterstreicht den futuristischen Charakter des „Zero Emission“-Mobils. Die vorderen Sitzflächen sind asymmetrisch geformt und die Lehnen frei schwebend am Dachhimmel verankert. Die hinteren Rückenlehnen lassen sich versenken, um mehr Raum für Gepäck zu schaffen. Je nach Sitzkonfiguration für zwei, drei oder vier Mitreisende beträgt das Kofferraumvolumen 500, 325 oder 150 Liter.

Innovative Infotainmenttechnologie

Die Armaturentafel ist mit einer mineralisch wirkenden Membran versehen. Darin haben die Renault Ingenieure berührungssensitive Bedienungselemente integriert, die bereits auf leichten Fingerdruck reagieren. Alle wichtigen Informationen werden auf dem großformatigen TFT-Panoramadisplay dargestellt, das in einer Glaskugel untergebracht ist. Neben Navigationsinformationen sind hier auch die Anzeigen des Batterieladezustands und der aktuellen Batteriekapazität integriert. Zudem kann über das Display die Farbe der Interieurbeleuchtung gewählt werden. Parallel lässt sich das Lichtambiente auch über einen Sensor im Sitz automatisch auf die Kleidung des Fahrers abstimmen.

Weiteres Merkmal der Onboard-Technologie: Ein Avatar führt durch die Menüs und hält über kurze Nachrichten Kontakt zum Fahrer. Die virtuelle Figur ist individuell konfigurierbar und kann im Internet heruntergeladen werden. Der persönliche Avatar informiert über die Verkehrsbedingungen, die Fahrtstrecke, die verbleibende Reichweite und die nächstgelegene Ladestation.

Der Chip für den schlüssellosen Zugang lässt sich ebenfalls individuell gestalten. Der Fahrer kann das Bauteil in ein Objekt seiner Wahl integrieren und damit die Türöffner und den Anlasser betätigen.

Die Klimaanlage im Zoe Z.E. Concept bietet neben der Temperaturkontrolle weitere Funktionen, um das Wohlbefinden an Bord zu erhöhen. So können Fahrer und Passagiere zwischen drei Einstellungen wählen:

Mehr Luftfeuchtigkeit: Seitlich montierte Luftauslässe verteilen eine spezielle Substanz, die für mehr Luftfeuchtigkeit und Wohlbefinden an Bord sorgt. Damit gehört die oftmals trockene Luft herkömmlicher Klimaanlagen der Vergangenheit an.

Weniger Schadstoffe: Ein Sensor reagiert auf unsaubere Luft und schließt automatisch die Lufteinlässe. Parallel werden über die Innenraumfilterkanäle hautpflegende Substanzen in das Interieur geleitet.

Individueller Duft: Ein elektrisches System verteilt genau dosiert und nach Bedarf ätherische Öle. So beruhigen spezielle Anti-Stress-Substanzen beispielsweise nach einem langen Arbeitstag. Andere Substanzen erhöhen die Aufmerksamkeit bei Nachtfahrten. Renault hat die Duftprofile zusammen mit Biotherm®, einer Marke von L’Oréal, entwickelt.

Fluence Z.E. Concept: Elegante und geräumige Limousine

Mit dem Fluence Z.E. Concept ermöglicht Renault einen Ausblick auf die Stufenhecklimousine mit Elektroantrieb, die 2011 auf den Markt kommen wird. Die Studie übernimmt in weiten Teilen den optischen Auftritt des neuen Renault Fluence mit Verbrennungsmotor, der auf der IAA ebenfalls seine Weltpremiere feiert und ab 2010 auch in Deutschland erhältlich sein wird. Der coupéhafte Viertürer ist perfekt auf die alltäglichen Mobilitätsanforderungen von Familien zugeschnitten. Der Elektromotor leistet 70 kW/95 PS und bietet ein maximales Drehmoment von 226 Nm. Die Batterie ist zwischen Kofferraum und Rückbank integriert. Die intelligente Anordnung ermöglicht ein Kofferraumabteil mit 327 Litern Fassungsvermögen.

Renault Fluence CE Concept (Foto: Renault)
Renault Fluence Z.E. Concept (Foto: Renault)

Die Reichweite mit vollständig aufgeladener Batterie beträgt 160 Kilometer. Dank des Quickdrop-Wechselsystems kann die Batterie in weniger als drei Minuten ausgetauscht werden. Darüber hinaus kann die Batterie im Schnelllademodus innerhalb von 20 Minuten an einer speziellen Kraftstrom-Steckdose „vollgetankt“ werden. Steht das Fahrzeug länger, beispielsweise über Nacht, lässt sich der Fluence Z.E. Concept per Standardladung innerhalb von vier bis acht Stunden an einer Standard-Steckdose aufladen.

Markantes Merkmal der himmelblauen Studie sind die Photovoltaikzellen auf dem Panoramadach, der Armaturentafel und der Heckablage. Sie unterstreichen die Zugehörigkeit des Fluence Z.E. Concept zur Modellfamilie der Elektrofahrzeuge und versorgen die Nebenaggregate mit Strom. Weitere Akzente setzen die energieeffizienten LED-Leuchten, die Scheinwerfer und Heckleuchten ersetzen, das leuchtend blaue Markenemblem sowie das Logo auf der Heckklappe. Die verchromten Verkleidungen an der Gürtellinie und am Kühlergrill sowie die imposanten 21-Zoll-Räder verleihen dem Elektroauto einen kraftvollen Auftritt. Die Radlaufleisten aus blauem Polycarbonat scheinen mit den Alufelgen zu verschmelzen. Durch ihre spiralförmige Gestaltung kanalisieren sie den Luftstrom und verbessern die Aerodynamik.

Die schlank gestalteten Rückspiegel mit integrierter Kamera und der stromlinienförmige Fahrzeugboden mit Diffusor am Heck tragen ebenfalls zu einer verbesserten Aerodynamik bei.

Das einladende Interieur des Fluence Z.E. Concept sorgt mit fließenden Linien und weichen Materialien für ein angenehmes Ambiente. Beim Öffnen der Türen schaltet sich automatisch die blaue Interieurbeleuchtung ein. Vier maßgeschneiderte Einzelsitze aus hellem Leder ermöglichen entspanntes Reisen, während die Füße auf einem Teppich aus hellblauem Gel ruhen. Brems- und Gaspedal sind ebenfalls mit dämpfendem Gel bezogen. Der TFT-Touchscreen gibt Multmediadaten wieder und liefert Informationen über die nächstliegenden Quickdrop-Stationen und die verbleibende Reichweite.

Die fließenden Formen der Mittelkonsole ziehen sich durch den gesamten Innenraum. In ihr sind zwei Armlehnen, der Start-Stopp-Knopf, die Einstellungen für Klimaanlage und Radiolautstärke sowie das Telefon Samsung Jet mit Touchscreen integriert. Das Telefon verfügt über eine Freisprecheinrichtung und dient als Speicher für Musikdateien. Zudem können vom Telefon aus Filme auf die in den vorderen Kopfstützen integrierten Bildschirme übertragen werden. Im hinteren Teil der Mittelkonsole finden sich neben einem zweiten Telefon zwei Fernbedienungen für die Bildschirme.

Die Designlinie des Interieurs findet sich auch in den Türverkleidungen wieder, in denen die Fensterheber und auf der Fahrerseite der Bildschirm für die Außenkameras integriert sind.

Kangoo Z.E. Concept: Agiler Transportprofi

Der Kangoo Z.E. Concept richtet sich an die Bedürfnisse von Gewerbetreibenden. Mit seinem 70 kW/95 PS starken Elektroantrieb und einem Drehmoment von 226 Nm eignet sich die 3,95 Meter lange und 1,85 Meter hohe Studie speziell für den innerstädtischen Liefer- und Transportverkehr. Das agile Gewerbemobil vereint großzügiges Raumangebot, Sicherheit und zeitgemäßen Komfort mit minimalem Energiebedarf.

Renault Kangoo be bop CE Studie (Foto: Renault)
Renault Kangoo be bop Z.E. Studie (Foto: Renault)

Der Kangoo Z.E. Concept verfügt über eine aufwändig wärmegedämmte Karosserie, die nach dem Prinzip einer Thermoskanne funktioniert und damit die Temperaturschwankungen im Innenraum reduziert. Sie besteht aus einer doppelten Wand, die einen Luftumlauf zwischen den beiden Wänden ermöglicht. Dadurch können besonders starke Energieverbraucher wie Klimaanlage und Heizung kleiner dimensioniert werden, was die Batteriekapazität schont und die Reichweite verlängert.

Solarkollektoren auf dem Dach liefern zusätzlich Energie zur Wärmeregulierung im Innenraum. Normalerweise ist der Energiebedarf zum Herunterkühlen eines Fahrzeugs extrem hoch, wenn es in praller Sonne geparkt war. Die Sonnenkollektoren kühlen mit Hilfe eines Ventilators den Innenraum automatisch herunter, wenn das Fahrzeug in der Sommerhitze parkt, und vermeiden somit, dass die Klimaanlage beim Losfahren zu stark in Anspruch genommen wird.

Die gesamte Architektur der Wärmezufuhr und Klimatisierung wurde entwickelt, um eine besonders effiziente Bilanz von Leistung zu Verbrauch zu erzielen. Vor allem im Gesicht und an den Händen sind Temperaturunterschiede stark spürbar. Doch selbst wenn die Temperatur im Innenraum nur 15 Grad beträgt, genügt eine sanfte Luftzufuhr dicht an diesen empfindlichen Stellen (zum Beispiel durch ein warmes Lenkrad), um das Wohlbefinden des Fahrers zu erhöhen. Gleichzeitig lässt sich der Stromverbrauch weiter verringern.

Die Außenspiegel, die sich auf die Aerodynamik eines Fahrzeugs nachteilig auswirken, wurden durch stromlinienförmige Kameras ersetzt und werden ebenfalls durch die Solarkollektoren mit Strom versorgt. Darüber hinaus verbessern die verkleideten Alufelgen die Aerodynamik. Auch die Scheinwerfer tragen mit effizienten Leuchtdioden zum niedrigen Energieverbrauch bei.

Besonders hilfreich: Wenn sich die Passagiere nähern, beginnt eine außen an der Fahrertür platzierte Leiste zu leuchten. Wie bei einem Handy signalisiert sie den aktuellen Ladezustand der Batterie. Eine ähnliche Anzeige findet sich in der Armaturentafel.

Die Lithium-Ionen-Batterie des Kangoo Z.E. Concept kann ebenfalls mittels Schnell- oder Standardladung wieder aufgeladen werden.

Quickdrop-System erlaubt Batteriewechsel in drei Minuten

Um mit zukünftigen Elektrofahrzeugen zeitgemäße Mobilität zu erreichen, hat Renault drei unterschiedliche Batterieladeverfahren entwickelt, die höchste Flexibilität und optimale Reichweite im Alltag garantieren.

Die STANDARDLADUNG an der üblichen Haushaltssteckdose mit 220 Volt Spannung und zehn oder 16 Ampere Ladestrom erlaubt die vollständige Ladung der Batterien innerhalb von vier bis acht Stunden. Mit dieser Methode lassen sich die Energiespeicher parkender Fahrzeuge aufladen, die beispielsweise über Nacht auf einem privaten Grundstück oder tagsüber auf einem Firmenparkplatz stehen. Ein automatisches Sicherheitssystem beugt Vandalismus vor und schützt die Ladeeinheit. Diese kann ohne Schwierigkeiten an privaten, individuell genutzten Stellplätzen sowie in Parkhäusern oder Tiefgaragen installiert werden.

Der französische Energieversorger EDF und Renault wollen darüber hinaus das Batterieladesystem mit der Zusatzfunktion „Power Line Communication“ ausstatten. Es ermöglicht die datensichere Kommunikation zwischen Fahrzeug und Ladestation. Größter Vorteil: Der Fahrer kann jederzeit abrufen, welche Stationen mit der vorhandenen Batteriekapazität noch erreicht werden können. Das Navigationssystem weist ihm dazu den kürzesten Weg.

Die SCHNELLLADUNG an einer 400 Volt Drei-Phasen-Kraftstromsteckdose mit 32 bis 63 Ampere Ladestrom dauert bei einer Batterie mit einer Kapazität von 20 kWh nur 20 bis 30 Minuten. Die damit bestückten Ladestationen werden am besten in der Nähe von Wohngebäuden, Büros und Geschäften installiert.

Renault arbeitet derzeit gemeinsam mit rund zwanzig Fahrzeugherstellern und Energieunternehmen sowie dem deutschen Energieversorger RWE an der Standardisierung einer Mehrzwecksteckdose, die für 230V/16A (eine Phase) bis 400V/63A (drei Phasen) genutzt werden kann. Diese Standardisierung wird die Vereinheitlichung aller Ladestationen in Europa möglich machen und die Schwankungen im Netz und im Fahrzeugpark berücksichtigen. Die Ladestation wurde erstmals im April 2009 in Hannover gezeigt. Sie wird alle künftigen Elektrofahrzeuge von Renault versorgen können. Ihre Zertifizierung durchläuft momentan die dafür zuständigen Stellen (ISO, ICE).

Das QUICKDROP-System ermöglicht den Wechsel der Batterie innerhalb von drei Minuten. Die Renault-Nissan Allianz hat in enger Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Better Place neuartige Stationen für den schnellen und sicheren Batteriewechsel entwickelt.

Der automatisierte Batteriewechsel vollzieht sich in rund drei Minuten – was der Zeit für eine Tankfüllung mit herkömmlichem Kraftstoff entspricht. Der Fahrer muss zudem für den Wechsel das Fahrzeug nicht verlassen. Das Prinzip ist einfach: Die entladene Batterie wird von einem Roboter automatisch aus dem Fahrzeug entfernt und durch eine geladene ersetzt. Die Batteriewechselstation ähnelt einer Autowaschanlage, in der der Fahrer das Auto exakt positionieren muss, damit der Roboter von unten die Verschlüsse des Batteriekastens erkennen und öffnen kann.

Das System arbeitet mit zwei Batteriewechselrobotern und einem automatischen Förderwagen. Um Zeit zu sparen, greift der eine Roboter bereits die geladene Batterie, während der andere die entladene noch abstellt. Der Förderwagen transportiert die entladene Batterie in eine Ladezone, wo die Batterie innerhalb von 20 bis 30 Minuten aufgeladen wird und im Anschluss wieder für den Einsatz in einem anderen Elektrofahrzeug zur Verfügung steht. Die Wechselroboter sind so konstruiert, dass sie Batterien verschiedener Größen und Kapazitäten bearbeiten können. Sie sind damit für Elektrofahrzeuge unterschiedlichster Marken einsetzbar. Derzeit sind die meisten Elektrofahrzeuge von Autos mit Verbrennungsmotor abgeleitet.

Renault rechnet damit, dass schon bald Fahrzeuge auf den Markt kommen werden, die um die Standardbatterien herum konzipiert sind. Die einzige Vorgabe ist eine standardisierte Einbauvorrichtung für die Batterie, damit der Wechselroboter schnell und präzise zugreifen kann.

Das Quickdrop-System wird bei Markteinführung der Renault Elektrofahrzeuge zuerst in Israel zum Einsatz kommen. Die Wechselstationen ermöglichen Fahrten von mehr als 150 Kilometern, ohne dass es zu längeren Fahrtunterbrechungen kommt, und dienen der Versorgung von Flotten, wie zum Beispiel Taxis. Ein Beispiel: In der Region Paris legen die meisten Taxis zwischen 140 und 220 Kilometer am Tag zurück. Sie benötigen dafür nur einen Batteriewechsel, also drei Minuten an der Station, bis sie mit einer voll geladenen Batterie wieder weiterfahren können.

Intelligente Navigation für Elektrofahrzeuge

Ein speziell für die Anforderungen der Elektrofahrzeuge entwickeltes Navigationsgerät unterstützt den Fahrer unterwegs. Das System ermittelt kontinuierlich die verbleibende Reichweite, berechnet den Weg zur nächsten Ladestation und kann dort bereits einen freien Platz reservieren. Zudem berücksichtigt es bei der Routenberechnung die verfügbaren Ladestationen.

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