Die Freiheit der Autofahrer bei der Werkstattwahl ist in Gefahr: Online Petition zeichnen

Europäische Autofahrer geben jährlich etwa 140 Milliarden Euro für Ersatzteile, Wartungsarbeiten und Inspektionen aus. Mehr Sicherheit, Komfort sowie eine verbesserte Abgaskontrolle machen den Einsatz von digitaler Diagnosetechnik unverzichtbar und den Service am Fahrzeug heute wesentlich komplexer und anspruchsvoller als früher. Ohne einen ungehinderten Zugang zu den technischen Informationen der Fahrzeughersteller ist die Diagnose und Reparatur moderner Fahrzeuge kaum noch möglich.

Dafür sorgt in der EU unter anderem die Kfz-Gruppenfreistellungsverordnung (EG) Nr. 1400/2002 („Kfz-GVO“). Sie gilt noch bis Ende Mai 2010 und enthält wichtige Regeln für den Wettbewerb im Kfz-Servicemarkt. So ist die GVO etwa ein wichtiger Baustein für den freien Kfz-Teilehandel und die freien Werkstätten beim Zugang zu den Reparatur- und Wartungsinformationen der Autokonzerne. Die darin enthaltenen Regeln sorgen somit für wettbewerbskontrollierte Ersatzteilpreise zum Wohle der Verbraucher. Angemessene Verbraucherpreise sind nicht nur in der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Situation, sondern ebenso langfristig von Bedeutung, damit Mobilität auch zukünftig bezahlbar bleibt.

Rahmenbedingungen erhalten

Bislang war die Kfz-GVO für freie Werkstätten, den freien Teilehandel und auch die Automobilclubs eine sichere rechtliche Leitplanke beim Zugang zu den technischen Informationen der Fahrzeughersteller.

Diese Sicherheit droht Brüssel zu kippen, was die Wahlfreiheit der Verbraucher in der Frage, wo sie Wartungsarbeiten an ihrem Fahrzeug durchführen lassen, gefährden würde. Sollte die EU-Verordnung nicht verlängert werden, besteht nach Ansicht von Experten des Gesamtverband Autoteile-Handel e.V. (GVA) die Gefahr, dass der Wettbewerb im automobilen Servicemarkt leiden wird. Eine Monopolstellung von Werkstätten der Fahrzeughersteller könnte dann drohen. Eine Nichtverlängerung der GVO könnte sich nach Ansicht von Experten auch negativ auf die Verbraucherpreise auswirken.

Für eine Neuauflage der Kfz-GVO und damit für die Interessen der Verbraucher setzt sich eine Allianz verschiedener Verbände im Rahmen der europäischen Informationskampagne „Right to Repair“ ein. Mit dieser Kampagne soll eine Gesetzgebung in Europa unterstützt werden, die das Recht des Verbrauchers auf freie Werkstattwahl bei Service, Wartung und Reparatur erhält. Wer mehr über die Hintergründe der Kampagne erfahren oder die Ziele von „Right to Repair“ per Online-Petition unterstützen möchte, findet im Internet unter www.r2rc.de weitere Informationen.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar verfassen