Fahrbericht: Alfa Romeo Mito 1,4 TB 16V

Ordentlich motorisiert: Der Alfa Romeo MiTo
Ordentlich motorisiert: Der Alfa Romeo MiTo

alfa1Seit Oktober letzten Jahres sehen wir immer häufiger ein Auto, das Lifestyle verspricht. Selbst der Name steht für Außergewöhnliches. MiTo! Zusammengesetzt aus Milano und Torino. Sozusagen aus dem Zentrum der italienischen Designwelt und Fiats Stamm-Stadt Turin.

Kaum bin ich 100 Meter unterwegs, als eine Frau in einem Mini neben mir an der Ampel hält, den Daumen nach oben richtet, gleichzeitig mit dem Zeigefinger auf meinen kleinen roten, knapp vier Meter kurzen MiTo zeigt, also meinen Alfa, um dann zu applaudieren. È bellissimo! Zuerst sah es so aus, als wolle sie mich erschießen. Na, denke ich, wäre ja wohl doch ein bisschen übertrieben, nur weil ich in einem Alfa sitze. Lächelnd aber kopfschüttelnd fahre ich weiter und denke, dass sich am MiTo doch ganz schön die Geister scheiden. Die Einen finden ihn hässlich oder nichts sagend, die Anderen sind ganz entzückt. Nicht entzückt aber durchaus begeistert und perplex bin ich von der Spritzigkeit des kleinen Italieners. Aber bei 155 PS, also genauer 114 kW, auch kein Wunder. Der kleine geht los wie Luzzi auf dem Weg zum Baum. Perfetto! Aber natürlich geht es auch ne Nummer kleiner. Angeboten wird er noch mit 95 PS als Benziner und als Diesel mit 120 PS, der mit 17.900 Euro genau so viel kostet wie sein großer Benzin-Bruder. Der Einstiegspreis liegt bei 14.700 Euro.

Attraktiv: Der Alfa Romeo MiTo (Foto: Alfa Romeo)
Attraktiv: Der Alfa Romeo MiTo (Foto: Alfa Romeo)

Was aber bietet der MiTo sonst noch so? Unabhängig von der Aufmerksamkeit weiblicher Verkehrsteilnehmer ist er mit seinen knapp vier Metern Länge geradezu prädestiniert, um in Hamburg, speziell rund um die Alster, immer eine passende Parklücke zu finden. Das ist wirklich nicht einfach! Und hier, genau hier, kommen die berühmten 20 Zentimeter zum tragen, die dazu führen, keinen Parkplatz mehr zu finden. Da kann man sich unter Umständen auf dem Weg zum nächsten Restaurant den Hintern platt sitzen. Wenn dies allerdings auf den Bezug “Exklusiv Leder FRAU“ stattfindet, soll es mir recht sein. Nicht nur wegen des Namens, auch die Position und der Seitenhalt vermittelt ein Gefühl der Geborgenheit. Und, die Sitze lassen sich mittlerweile auch nach unten verstellen, so, dass selbst Sitzriesen über genügend Kopffreiheit verfügen.

Was ich persönlich sehr schätze sind Parksensoren hinten. In meinen Augen mittlerweile unverzichtbar. Nicht, dass ich sie bräuchte, aber es hilft ungemein. À propos Sensoren. Reifendrucksensoren! Natürlich kann ich jedes Mal den Luftdruck prüfen, aber habe ich jedes Mal Lust dazu? Neanche a crepare! Nicht ums verrecken! Und deswegen unbedingt einbauen lassen. Sie werden sowieso bald Pflicht. Zudem spart richtiger Reifendruck Kraftstoff und ist deswegen auch umweltfreundlich.

Was gibt es noch? Dass die Rücksitzbank asymmetrisch geteilt umklappbar ist, muss nicht mehr groß erwähnt werden. Unbedingt erwähnenswert aber ist, dass der MiTo in puncto Sicherheit – zum Beispiel mit fortschrittlichen elektronischen Assistenzsystemen ausgestattet ist. Sie helfen Unfälle so weit wie möglich zu vermeiden, haben ein vorbildliches Crashverhalten und eine wegweisenden Rückhaltevorrichtungen. Sie erfüllen damit höchste Ansprüche.

Stichwort Ansprüche: Alfa bietet serienmäßig eine Fahrdynamikregelung an. D.N.A nennen sie es. (Dynamik, Normal, All weather). Zusätzlich ein Electronic Q2 Sperrdifferential. Ich habe nicht verstanden, was das soll. Alfa schreibt selbst, dass sich ihre Autos schon immer durch eine ausgewogene Balance zwischen sportlichem Fahrverhalten, hoher aktiver Sicherheit und anspruchsvollem Komfort ausgezeichnet haben. Das stimmt, doch jetzt bauen sie da einen technischen Firlefanz ein, auch noch serienmäßig, das den Preis nach oben schnellen lässt. Alles schön und gut, aber so etwas brauchen nur die Wenigsten und die können es sich dann zusätzlich bestellen. Also: Sono contrario! Ich bin dagegen. Macht lieber das Auto günstiger!

Das Gute daran ist das Gute darin. Das Interieur zum Beispiel. Das Cockpit ist etwas zu überladen, aber trotzdem sehr übersichtlich. Die Materialien sind hübsch anzuschauen und haptisch wunderbar. Der Schaltknüppel liegt gut in der Hand, die Gänge fliegen praktisch von allein in ihre Position. Die Fondsitze sind allerdings nur etwas für Kleinwüchsige Menschen oder Kinder. Erwachsene mit europäischer Normgröße können sich nur bis zur nächsten Bushaltestelle mitnehmen lassen. Das ist bequemer.

Fazit: Man muss nicht unbedingt ein Alfisti sein um den MiTo zu mögen. Die hervorragende Verarbeitung lässt hoffen, die Optik verbreitet gute Laune und das integrierte Navigationssystem Blue&Me NAV™ in Verbindung mit dem 155 PS-Aggregat bringt sie überall hin, um ihn besten Freunden zu zeigen und vielleicht ein bisschen Neid zu sähen.

mcn/neschki

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