Seit 1991 baut Audi wieder Cabrios

Das neue A5 Cabriolet führt eine Erfolgsgeschichte fort, die die Marke mit den vier Ringen in den vergangenen 18 Jahren geschrieben hat. Der erste offene Audi der automobilen Neuzeit erschien 1991 auf der Basis des Audi Coupé, in der Geschichte des Unternehmens gab es bereits bis zum 2. Weltkrieg einige Cabriolets, die der gehobenen Mittelklasse zugeordnet werden konnten.

Das Audi Front Cabrio wurde von 1933 - 1934 gebaut (Foto: Audi)
Das Audi Front Cabrio wurde von 1933 - 1934 gebaut (Foto: Audi)

1938 bis 1940 kam noch der damals ultra-modern wirkende Audi 920 auf den Markt.

Gebaut von 1991 bis 2000: Das erste Audi Cabriolet der Neuzeit (Foto: Ollfried)
Gebaut von 1991 bis 2000: Das erste Audi Cabriolet der Neuzeit (Foto: Ollfried)

Der auf dem Audi Coupé basierende Viersitzer kam bei 2,56 Meter Radstand auf 4,37 Meter Länge und offerierte 230 Liter Kofferrauminhalt. Die glattflächige Linienführung und das Stoffverdeck, das schon damals ein eigenes Abteil hinter den Rücksitzen belegte, verliehen ihm einen dezenten, klassisch-modernen Auftritt; sie prägten einen Stil, der auch heute noch aktuell ist. Ab 1993 sorgten optionale Vordersitze mit integrierten Gurten und Überrollschutz für mehr Sicherheit beim Crash. Von 1993 standen ein Windschott und ein elektrohydraulischer Antrieb, der das Verdeck in 30 Sekunden öffnete, zur Wahl. Ein Hardtop folgte 1997. Das Cabriolet startete mit einem Fünfzylinder auf den Markt. Er leistete 98 kW (133 PS). Anfang 1993 kamen ein Einsteiger-Benziner mit zwei Liter Hubraum und 85 kW (115 PS) sowie zwei neu entwickelte V6 dazu – ein 2,6-Liter mit 110 kW (150 PS) und ein 2,8-Liter mit 128 kW (174 PS). Im Frühjahr 1997 übernahm ein 1,8-Liter-Vierzylinder mit 92 kW (125 PS) die Rolle des Basismotors. Alle Aggregate leiteten ihre Kraft über Fünfgang-Schaltgetriebe auf die Vorderräder, für die stärkeren Varianten standen Automatikgetriebe mit vier Stufen zur Wahl.

Im September 1995 zog der 1.9 TDI mit 66 kW (90 PS) in das Cabriolet ein – mit dem Dieselmotor übernahm Audi einmal mehr eine Vorreiterrolle im Premiumsegment. Die 202 Nm Drehmoment, die bei 1900 1/min anlagen, erlaubten gelassenes Gleiten bei minimalem Verbrauch. 1997 unterzog Audi das Cabriolet kleinen optischen Retusche. Drei Jahre später endete die Produktion.

2002: Das Audi A4 Cabriolet

Anfang 2002 brachte die Marke die zweite Auflage des offenen Viersitzes an den Start; diesmal übernahm Karmann den Bau von Beginn an. Bei der zweiten Generation, die nun Audi A4 Cabriolet hieß, wuchs der Radstand auf 2,65 Meter und die Länge auf 4,57 Meter, was erhebliche Zuwächse im Innenraum bedeutete. Der Gepäckraum fasste 315 Liter, der cW-Wert lag bei nur 0,30. Wie schon beim Vorgänger trug die ruhige, harmonische Linienführung ein optisches Glanzlicht – einen Aluminiumrahmen um die Frontscheibe. Spezielle
Verstärkungen wie die doppelte Rückwand, die zwei Schutzbügel barg, verliehen der Karosserie hohe Steifigkeit. Das dreilagige Stoffverdeck mit der Glas-Heckscheibe wurde wieder elektrohydraulisch angetrieben; auch eine Zweizonen-Klimaautomatik zählte zur Serienausstattung.

Audi A4 Cabriolet mit quattro-Antrieb (Foto: Audi)
Audi A4 Cabriolet mit quattro-Antrieb (Foto: Audi)

Die vordere Radaufhängung bestand aus einer Vierlenkerkonstruktion. Hinten arbeitete eine spurgesteuerte Trapezlenker-Hinterachse; die meisten Achskomponenten waren aus Aluminium gefertigt. Vier große Scheibenbremsen, die vorderen belüftet, übernahmen die Verzögerung, das Stabilisierungsprogramm ESP wachte serienmäßig über die aktive Sicherheit. Auf seinen 16-Zoll- Leichtmetallrädern fuhr sich das Cabriolet agil und sicher.

Zum Start offerierte Audi neue V6-Benziner mit Fünfventil-Zylinderköpfen. Der 2,4 Liter leistete 125 kW (170 PS), der hubraumstärkere sonor klingende Dreiliter 162 kW (220 PS). Im Herbst 2002 gab der 2,5-Liter-Diesel mit 120 kW (163 PS) die Weltpremiere als erster V6-TDI in einem Cabriolet. Am Jahresende komplettierte der leistungsgleiche Vierzylinder-Turbo 1.8 T die Palette. Zum serienmäßigen Fünfgang-Schaltgetriebe kam die neue multitronic als Option hinzu – das weltweit erste stufenlose Getriebe in einem offenen Auto.

Die 1.8 T und 3.0 Versionen waren ab 2003 auch als quattro zu haben. Ende 2003 setzte Audi mit dem S4 Cabriolet ein Highlight an die Spitze der Baureihe. Der 4,2-Liter-V8-Fünfventiler, 253 kW (344 PS) stark, beschleunigte den offenen Viersitzer in 5,9 Sekunden auf 100 km/h und weiter bis 250 km/h Spitze.

Als Alternative zur Sechsgang-Handschaltung war eine Sechsstufen-tiptronic zu bekommen. Eine neue Einsteigerversion rundete das Programm ab – ihr Zweiliter-
Vierzylinder leistete 96 kW (130 PS).

2005: Neuauflage mit großem Singleframe-Kühlergrill

Im Herbst 2005 lief die Baureihe aus, das Nachfolgemodell trug den großen Singleframe-Kühlergrill. Audi ordnete die Dieselpalette völlig neu, sie setzte sich seitdem aus dem 2.0 TDI mit 103 kW (140 PS) und dem 3.0 TDI mit 171 kW (233 PS) zusammen; der 2.7 TDI mit 132 kW (180 PS) folgte wenig später. Bei den Ottomotoren erhielt der 1,8-Liter-Vierzylinder Gesellschaft von zwei neuen Direkteinspritzern – dem 2.0 TFSI mit 147 kW (200 PS) und dem 3.2 FSI, der 188 kW (255 PS) lieferte.

Zwei Topversionen rundeten das Angebot ab. Der offene S4 behielt den Motor des Vorgängermodells; neben ihn trat im Herbst 2006 das RS4 Cabriolet, entwickelt und gefertigt von der quattro GmbH. Sein neu entwickelter FSI-V8, ebenfalls ein 4,2-Liter, war auf hohe Drehzahlen ausgelegt, er leistete 309 kW (420 PS). Mit Front- und quattro-Antrieb, mit Fünf- und Sechsganggetrieben, mit der stufenlosen multitronic und der komfortablen tiptronic offerierte Audi im A4 Cabriolet eine breite Palette an Antriebsvarianten.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar verfassen