Fulda Challenge 2009: Härtetest bei minus 40 Grad!

Kälte, Eis und Einsamkeit – das Yukon Territory im Norden Kanadas ist bekannt für die faszinierende Landschaft, den Indian Summer aber auch für die unmenschlichen Temperaturen im Winter. Es ist damit die perfekte Umgebung für eines der weltweit härtesten Extremsportevents – die Fulda Challenge, die 2009 bereits zum neunten Mal stattfand. Kein anderes Extremsportevent verlangt dabei eine so große Vielseitigkeit von den Teilnehmern: Neben Ausdauer, Kraft, Durchhaltewillen sowie fahrerischem Können, ist auch Mannschaftsgeist gefragt. Denn nur als Team lassen sich die Strapazen erfolgreich bewältigen.

Die Sportler der Fulda Challenge 2009
Die Sportler der Fulda Challenge 2009

Dieses Jahr traten erneut sechs Teams gegeneinander an. Fünf Mannschaften bestanden aus jeweils einem Prominenten und einem Teilnehmer, der sich bei den harten Vorausscheidungskämpfen in Sulden durchgesetzt hat. Die Prominenten: Susi Erdmann (neunfache Weltmeisterin im Rennrodeln), Magdalena Brzeska (26-fache deutsche Meisterin in der rhythmischen Sportgymnastik), Fredi Bobic (Fußball Europameister 1996, deutscher Meister 2002), Lars Riedel (Diskus Olympiasieger 1996, Europameister 1998, 11-facher deutscher Meister) und Joey Kelly (Extremsportler).

Magdalena Brzeska und Susi Erdmann hören konzentriert zu...
Magdalena Brzeska und Susi Erdmann hören konzentriert zu...
Joey Kelly nach dem Halbmarathon bei - 35° Celsius
Joey Kelly nach dem Halbmarathon bei - 35° Celsius
Strietzel Stuck gibt Instruktionen durchs Megaphone
Strietzel Stuck gibt Instruktionen durchs Megaphone

Dazu gesellte sich ein rein kanadisches Team, das natürlich hoffte, den Heimvorteil ausnutzen zu können: Mike McKorkell (Canada Ironman 2005) und Jeane Lassen (Gewichtheberin, Goldmedaille 2006 Commonwealth Spiele). Traditionell begann die Fulda Challenge Ende Januar. Dann wurde es für die Teilnehmer richtig ernst: Körperliche Höchstleistungen bringen bei bis zu Minus 40 Grad! Da gefrieren die Schweißperlen bereits auf der Stirn.

Prominent ist auch der Competition Manager: Hans-Joachim Stuck, ehemaliger Formel 1-Fahrer, Langstreckenweltmeister, DTM-Champion, zweifacher Le Mans-Sieger und mehrfacher Sieger der 24 Stunden am Nürburgring, brachte sich mit viel Engagement ein und behielt stets seine sprichwörtlich gute Laune. Ihm zur Seite stand Isolde Holderied als Ansprechpartnerin für die Teams. Als Rallye-Fahrerin siegte sie sechs Mal bei der Damenwertung der Monte Carlo, wurde vier Mal Damen-Europameisterin und zwei Mal Weltmeisterin.

DAS PROGRAMM DER FULDA CHALLENGE 2009:
18.01.2009: Hundeschlitten-Rennen
19.01.2009: Skidoo Race und Mountainbike-Rennen
20.01.2009: Rhino Race und Trapper Trail
21.01.2009: Climbing Rope Event und Eisschnelllauf
22.01.2009: Halbmarathon und Airplane Pull
23.01.2009: ATV-Rennen

Start zum 30 Kilometer radrennen in eisiger Kälte
Start zum 30 Kilometer Radrennen in eisiger Kälte
Start zum Skidoo-Rennen
Start zum Skidoo-Rennen
Das Rhino-Race Fahrzeug mit Lars Döhmann am Steuer
Das Rhino-Race Fahrzeug mit Lars Döhmann am Steuer

Am Vormittag des letzten Tags ging es für die Truppe 550 km von Dawson City zurück nach Whitehorse. Die Fahrt über den Alaska Highway bei schwankenden Temperaturen von minus 25 Grad bis minus 40 Grad war dabei ein weiteres Highlight: „Wir hatten einen wunderschönen klaren Himmel und sind in den Sonnenaufgang hineingefahren. Auf 230 Kilometern ist uns nur ein Auto entgegen gekommen. Das entspricht der Strecke Stuttgart-München“, zeigte sich Fredi Bobic begeistert.

Bei aller Romantik musste man als Fahrer trotzdem ständig hochkonzentriert bleiben. Denn auf den eisbedeckten Straßen des Yukons wird jeder Fahrfehler umgehend bestraft. Doch die Teilnehmer zeigten sich der Herausforderung gewachsen: Kein Wettbewerbsfahrzeug endete am Haken des „Besenwagens“.

Mit einem Fotofinishfinale beim ATV-Rennen endete die neunte Fulda Challenge. Mit wenigen Zehntel Sekunden Vorsprung rettete Manuel Kelnhofer den Sieg in der Gesamtwertung vor Uwe Ullmann, die damit die prominenten Sportler besiegen konnten. Bei den Damen setzte sich Heidrun Kuhlmann durch, während das Team Kelly als beste Mannschaft die begehrten Goldnuggets gewann. Nach einer Wettkampfwoche und zehn Disziplinen lag Ullmann nur fünf Sekunden vor Kelly. Das ist bisher die knappste Entscheidung in einer Fulda Challenge und beweist die Ausgewogenheit der Sportler und des Wettbewerbs.

Trotzdem zeigte sich Kelly auf der anschließenden Siegesfeier nicht enttäuscht. Denn schließlich gewann er mit seiner Partnerin Heidrun Kuhlmann die Teamwertung und damit einen wertvollen Goldnugget: „Das ist ganz toll! Den werde ich meiner Frau schenken.“

Die neunte Ausgabe der Fulda Challenge war für alle ein Gewinn: „Wir sind zu einem richtigen Team zusammengewachsen. Manuel (Kelnhofer), Kathrin (Kortenbach), Ellen (Blome) und ich werden unseren Aufenthalt verlängern und noch ein wenig Urlaub in diesem wunderschönen Land machen.“ meinte freudestrahlend die Gewinnerin Heidrun Kuhlmann zum Abschluss.

(Bild und Text von Lars Döhmann)

1 Kommentar zu Fulda Challenge 2009: Härtetest bei minus 40 Grad!

  1. Ich glaube, das wäre dann doch etwas zu kalt. Fahrradrennen bei -30 Grad. Dennoch ist es sicher interessant zu sehen, wie die Menschen in den Extremsituationen reagieren.

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